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Dez
17

Halbe Miete – Die Bundesliga-Hinrunde 2012/13 in Zahlen

Zu 50 Prozent ist die 50. Bundesliga-Saison bereits Geschichte. Die 50 ist in dieser Spielzeit eine magische Zahl, doch sie ist nur eine unter vielen. Aktives Abseits lässt Zahlen sprechen bei der Kür der Gewinner und Verlierer der Hinrunde.

0
Null Heimsiege hat Aufsteiger Greuther Fürth in der Hinrunde zustande gebracht. Das Fürther Pendant in der Fremde ist der FC Augsburg, dem auf des Gegners Platz kein einziger Sieg gelang. Die beiden Vereine aus Bayern zieren mit mickrigen neun Zählern und einer Tordifferenz von minus 17 einträchtig das Tabellenende. Nie zuvor in der Geschichte der Fußball-Bundesliga konnte sich ein Verein mit einer derart schlechten Punkteausbeute nach dem 17. Spieltag noch retten.

1
Lediglich ein Gegentor hat Herbstmeister Bayern München in der Fremde kassiert, und zwar beim 1:1 in Nürnberg am 14. Spieltag. Die Punkteteilung mit den Franken war außerdem der einzige Punktverlust der „Roten“ in acht Auswärtsspielen.

2
Zwei gelbwürdige Vergehen auf einen Schlag leistete sich Hannovers Szabolcs Huszti 3. Spieltag im Spiel gegen Werder Bremen: Nachdem er in der 90. Minute das 3:2-Siegtor für die Niedersachsen erzielt hatte, riss sich der Ungar vor Freude sein Trikot vom Leib und stürmte anschließend noch auf den Zaun, um sich von den 96-Fans feiern zu lassen. Beide Aktionen ziehen dem Regelwerk zufolge eine Gelbe Karte nach sich. Huszti sah folglich Gelb-Rot und verschaffte sich so sieben Tage später einen freien Samstag.

3
Drei Trainer mussten in der Hinrunde ihren Hut nehmen. Als ersten erwischte es Felix Magath (Wolfsburg/nach dem 8. Spieltag, auf Tabellenplatz 18 liegend). Es folgten Markus Babbel (Hoffenheim/nach dem 15. Spieltag, auf Rang 16 liegend) und Huub Stevens (Schalke/nach dem 17. Spieltag, auf Rang 7 liegend).

5
Fünf Tore hat der Mönchengladbacher Juan Arango in der Hinrunde erzielt – allesamt so schön, dass sie für das „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau nominiert wurden. Als da wären: Seine direkt verwandelten Freistöße gegen Hoffenheim und Hannover, seine Weitschüsse gegen Frankfurt und Mainz sowie sein Volley-Kracher gegen Wolfsburg nach 40-Meter-Diagonalpass.

5
Fünf Elfmeter hat der Stuttgarter Torjäger Vedad Ibisevic in der Hinrunde getreten – mehr als jeder anderer Spieler in der Liga. Zweimal verschoss der Bosnier. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Fehlschuss am 1. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg, als er den Abpraller von Gäste-Keeper Diego Benaglio quasi direkt auf den Fuß serviert bekam und aus sechs Metern das leere Tor verfehlte. Im Gegenzug schoss Wolfsburg das 1:0-Siegtor.

7
Mickrige sieben Punkte beträgt der Abstand zwischen Platz 15 und Platz 6. Die Wege sind kurz in der „Drei-Klassen-Liga“: Die Bayern marschieren vorne weg und dürften unter normalen Umständen nicht mehr von der Spitze zu verdrängen zu sein. Ganz unten haben sich Fürth, Augsburg und Hoffenheim eingenistet. Die auf dem Relegationsrang 16 liegenden Hoffenheimer haben bereits sieben Punkte Rückstand auf den direkt rettenden Platz 15 und drei Punkte mehr auf dem Konto als die Augsburger und Fürther. Die größte Spannung in der Liga bietet das Rennen um die Plätze dazwischen: Neben den Bayern können sich alle 14 Mannschaften auf den Rängen zwei bis 15 Hoffnungen auf eine Europapokal-Teilnahme machen.

8
Acht Siege in Folge hat der FC Bayern zum Saisonstart hingelegt. Noch nie in der 50-jährigen Liga-Geschichte ist ein Verein besser aus den Blöcken gekommen. Interessant: Die Inhaber des alten Startrekords von sieben Siegen (Bayern 1995/96, Lautern 2001/02 und Mainz 2010/11) verpassten in der jeweiligen Spielzeit allesamt den Titel. Das dürfte dem Achtfach-Sieger aus München nicht passieren (siehe: „9“)…

9
Neun Punkte beträgt der Vorsprung des FC Bayern München auf den Tabellenzweiten aus Leverkusen. Ein solches Polster nach 17 Spieltagen hat noch nie ein Herbstmeister verspielt.

12
Zwölf Tore erzielte Stefan Kießling in der Hinrunde. Damit ist der Leverkusener Stürmer zur Halbzeit der Top-Torjäger der Saison. Nimmt man noch Kießlings 13 Treffer aus der Rückrunde 2011/12 dazu, ist der 28-Jährige mit 25 „Buden“ der erfolgreichste Bundesliga-Torschütze im Kalenderjahr 2012. Lionel Messi hat in der spanischen Primera Divison im gleichen Zeitraum übrigens 53 Treffer erzielt…

17
An 17 von 17 Spieltagen hieß der Tabellenführer Bayern München. Der bislang letzte Durchmarsch gelang – natürlich – ebenfalls dem FC Bayern: In der Saison 2007/08 grüßten die Bayern 34 Mal vom Platz an der Sonne.

18
An 18 Toren war Bayern Münchens Thomas Müller in der Hinrunde direkt beteiligt (neun Tore, neun Vorlagen). Damit war Müller allein bei mehr Treffern involviert als die kompletten Mannschaften von Greuther Fürth (elf Tore), FC Augsburg (zwölf Tore), 1. FC Nürnberg (17 Tore) und VfL Wolfsburg (17 Tore).

22
22 Sekunden war die Bundesliga-Karriere von Nürnbergs Abwehrspieler Marcos Antonio alt, als er erstmals in der deutschen Eliteklasse den Ball berührte. Nur zwei Sekunden später musste der Brasilianer mit ansehen, wie Stuttgarts Vedad Ibisevic seine zu kurze Rückgabe auf Keeper Raphael Schäfer zum 0:1 verwertete. Viele Ballkontakte kamen nicht mehr hinzu: Bereits nach 15 Minuten hatte Club-Trainer Dieter Hecking ein Einsehen und wechselte „Wackelfuß“ Antonio aus. Diese Viertelstunde am 6. Spieltag dürfte der einzige Bundesliga-Einsatz des 29-Jährigen bleiben: Nürnberg setzte ihn danach nie wieder ein und möchte den ursprünglich als Abwehrchef vorgesehenen Brasilianer in der Winterpause bereits wieder abgeben. So etwas nennt man wohl 15-Minuten-Berühmtheit…

30
30 Punkte hat Eintracht Frankfurt in der Hinrunde errungen. Das ist die beste Bilanz eines Aufsteigers seit der TSG Hoffenheim in der Saison 2008/09. Die Kraichgauer hatten damals sogar 35 Zähler auf dem Konto und waren Herbstmeister. Für den Europapokal-Einzug hat es seinerzeit trotzdem nicht gereicht. Hoffenheim holte in der zweiten Saisonhälfte nur noch 20 Punkte und wurde am Ende Siebter. Die Eintracht hält sich mit der Zielsetzung für die Rückrunde bedeckt, immerhin ist man vor zwei Jahren aus einer ähnlich guten Ausgangsposition heraus noch direkt abgestiegen…

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