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Mrz
13

Immer noch da – Der FC Barcelona meldet sich eindrucksvoll zurück

Wie war das noch mal mit dem Fell des Bären? Ich gebe zu, auch ich habe den FC Barcelona nach den Leistungen der vergangenen Wochen auf dem Weg gesehen, sich aus der Champions League zu verabschieden und seine Vormachtstellung auf dem Kontinent einzubüßen. Doch das gestrige 4:0 gegen den AC Milan war eine Demonstration und eine Warnung an die Konkurrenz.

Holprig lief es zuletzt in Barcelona. Pokal-Aus gegen Erzfeind Real Madrid, Niederlage im Clasico, dazu das 0:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim AC Milan. Medial wurde allmählich schon der Abgesang auf eine der größten Vereinsmannschaften der Europapokal-Geschichte eingeläutet.

Das Comeback eines Champions

Das mag voreilig erschienen sein, doch die Katalanen haben seit Jahresbeginn unwidersprochen weder die Brillanz noch die Ergebnisse der Vergangenheit abgeliefert. Barca-Verteidiger Dani Alves selbst hat noch zu Beginn der Woche in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung „Marca“ davon gesprochen, dass der Mannschaft der Hunger abhandengekommen sei. Das Interview las sich zwar nicht wie eine Grabrede, aber doch wie ein Krisenreport mit mehr als einer „Baustelle“.

Genauso voreilig ist es nun, den FC Barcelona nach nur einem Spiel wieder zur Übermannschaft zu küren. Doch das Team hat gestern das Gesicht eines Champions gezeigt. Die 95.000 Zuschauer im Camp Nou sahen keinen Ballbesitz um seiner selbst willen, keine ins Leere führenden Kurzpass-Stafetten, sondern technisch brillanten Power-Fußball, der dem Gegner teilweise Knoten in die Beine und die Hirnwindungen spielte.

Spielverlauf half Barcelona

Natürlich kam Barca, dem es gestern als erster Mannschaft der Champions-League-Geschichte gelang, ein 0:2 aus dem Hinspiel noch umzubiegen, der Spielverlauf entgegen. Nach Messis 1:0 in der 5. Minute wusste Milan bereits, dass es ein langer Abend in der katalanischen Hafenstadt werden könnte und dass bereits beim nächsten Fehler das 2:0-Polster aus dem Hinspiel aufgebraucht sein könnte. Die Hausherren wiederum wussten, dass sie noch 85 Minuten hatten, um ein weiteres Tor zu erzielen und somit zumindest die Verlängerung zu erreichen.

Die Schlüsselszenen der Partie spielten sich in der 38. und der 40. Minute ab. Hätte Milan-Mittelstürmer Mbaye Niang seinen Konter nicht mit einem Schuss an den linken Pfosten beendet, sondern den Ball einige Zentimeter weiter rechts platziert, hätte Barcelona auf einmal drei weitere Treffer gebraucht. So fiel jedoch quasi im Gegenzug das 2:0 durch Messi. Das Momentum war nun endgültig auf Seiten der Katalanen, die kurz nach dem Wechsel durch David Villa auf 3:0 erhöhten und – weil ein enttäuschendes Milan am Ende aufmachen musste – durch Jordi Alba in der Nachspielzeit sogar noch ein viertes Tor nachlegten.

An diesem Abend hatte Barca das nötige Glück (des Tüchtigen?). Ob die spielerische Krise der letzten Wochen überwunden ist, wird die Zukunft zeigen. Die „Blaugrana“ haben zumindest bewiesen, dass man sie nicht abschreiben sollte. Und seien wir mal ehrlich: Wünschen wir uns nicht alle ein Halbfinale oder Finale zwischen den Katalanen und Bayern München oder Borussia Dortmund?

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