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Jul
12

London calling – Deutsche Welle in der Premier League

Der deutsche Fußball ist in der englischen Premier League populär wie nie. Nicht nur, dass mittlerweile viele englische Fans neidvoll auf die Bundesliga schauen, die tolle Stimmung, attraktiven Fußball und einen spannenden Wettbewerb zu annehmbaren Konditionen bietet – auch Spieler und Trainer aus der Bundesliga werden im Mutterland des Fußballs immer begehrter.

In den letzten 11 Monaten hat sich viel getan. Erst ging im August 2011 mit Per Mertesacker ein deutscher Nationalspieler im besten Fußballeralter zum FC Arsenal, nun wird mit Lukas Podolski ein weiterer DFB-Star sein Teamkollege. Bereits im Mai hat der Ex-Nationalspieler Marko Marin einen Vertrag bei Champions League-Sieger FC Chelsea unterschrieben. Der Abramowitsch-Club buhlt aktuell höchst intensiv um Nationalspieler André Schürrle. 25 Millionen Euro sollen die „Blues“ Bayer Leverkusen geboten haben. Ganz zu schweigen von den Dortmundern Mario Götze und Marco Reus, um die sich die englischen Spitzenclubs (bislang) vergeblich bemüht haben. Kurzum: Deutsche Nationalspieler sind aktuell en vogue in der nach wie vor besten Fußballliga der Welt. Das ist der verdiente Lohn für die vorbildliche Nachwuchsarbeit in Deutschland und dokumentiert den gewachsenen Stellenwert der Bundesliga im Ausland.

Rangnick und Freund: Auch deutsche Trainer gewinnen an Renommee

Fast noch bemerkenswerter ist aber, was über die deutschen Nationalspieler – die zu den besten der Welt zählen und deswegen folgerichtig im Fokus internationaler Top-Clubs sind – hinaus passiert. Ralf Rangnick, mittlerweile Sportdirektor bei Red Bull Leipzig und Red Bull Salzburg, wurde im Frühjahr bei so ziemlich jedem Premier League-Verein gehandelt, der einen neuen Trainer suchte. Bei West Bromwich Albion hätte er wohl den Zuschlag erhalten, auch bei Tottenham war er scheinbar lange im Rennen. So heiß wurde nie zuvor ein deutscher Trainer in England gehandelt.

In Tottenham hat letztlich André Villas-Boas (34), auf der Insel auch bekannt als „AVB“, das Rennen gemacht. Der im vergangenen Jahr noch als Wunderkind gehandelte Jung-Trainer hat nach seinem Desaster beim FC Chelsea bei den Spurs eine weitere Chance in der Premier League erhalten. Zu seinem Co-Trainer hat er am 11. Juli überraschend den deutschen U17-Nationaltrainer Steffen Freund berufen. Der Europameister von 1996 ist eine Legende an der White Hart Lane, der unermüdliche Kämpfer spielte vier Jahre lang für die Londoner. Dass man ausgerechnet ihn zum Co-Trainer erkoren hat und nicht einen englischen Ex-Spieler, der die Sprache und den Fußball aus dem Effeff kennt, ist ein deutlicher Fingerzeig für die gestiegene Wertschätzung der deutschen Trainerzunft im Ausland.

Ba, Sigurdsson, Cissé & Co. – Auch Bundesliga-Legionäre schlagen ein

Die Senegalesen Demba Ba (ehemals Hoffenheim) und Papiss Demba Cissé (ehemals Freiburg) gehörten in der abgelaufenen Premier League-Saison zu den Sensationen beim Sensationsteam Newcastle United. Ba traf in seiner ersten vollständigen Saison auf der Insel 16-mal ins Schwarze, sein Sturmpartner Cissé, der erst in der Winterpause in den Norden Englands gewechselt war, satte 13-mal in 14 Spielen.

Nicht viel schlechter machte es der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson. Der isländische Mittelfeldspieler war in der Rückrunde der Saison 2011/12 für Aufsteiger Swansea City an 12 Toren direkt beteiligt und wechselt nun nach Tottenham. Auch der ebenfalls erst in der Winterpause von Stuttgart nach Fulham transferierte Russe Pavel Pogrebnyak hatte mit 6 Treffern in 12 Spielen einen guten Start in der stärksten Liga der Welt.

Zur neuen Saison schließen sich – neben Podolski und Marin – auch die ausländischen Bundesliga-Stars Shinji Kagawa (von Dortmund zu Manchester United) und Mladen Petric (vom HSV zum FC Fulham) Vereinen aus der Premier League an. Sollten auch sie sich durchsetzen, wird man eines endgültig attestieren müssen: Die Bundesliga hat in den letzten acht Jahren brutal aufgeholt. Anders lässt sich kaum erklären, dass in letzter Zeit fast jeder gute Bundesligaspieler auch in der Premier League eingeschlagen hat.

Zu Beginn der Ära Klinsmann in der Nationalmannschaft lamentierte man noch, dass in der Bundesliga zu langsam gespielt werde. Die genannten Protagonisten dürften das Gegenteil bewiesen haben. Trotzdem wäre es ganz schön, wenn der eine oder andere Star auch der Bundesliga erhalten bliebe.

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  1. Marin will über Chelsea zurück ins DFB-Team sagt:

    […] will Meldegesetz im Bundesrat stoppen Emotionen: 11* In Blogs gefunden: London Calling Deutsche Welle in der Premier League Aktives Bereits im Mai hat der ExNationalspieler Marko Marin einen Vertrag bei Champions LeagueSieger FC […]

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