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Feb
01

Magaths Liste – Ein Dokument des Grauens

Neben dem VfL Wolfsburg hat vor allem der FC Schalke 04 – genauer gesagt: der in Gelsenkirchen allmächtige Felix Magath – auf dem Winter-Transfermarkt mächtig zugeschlagen. Es ist der verzweifelte Versuch, eine schlechte Saison und Transferpolitik noch irgendwie zu korrigieren. Konzeptfußball, auch auf der Führungsebene, ist anders.

Der frühe Trainer Felix Magath: Schleifen, siegen, fliegen

Seit Felix Magath Bundesliga-Trainer ist (Oktober 1995 beim HSV), hat er hartnäckig an seinem Image als Schleifer gearbeitet. Intervallläufe, Medizinbälle, Treppenläufe und Bergsprints sind Teil seiner „Philosophie“. Das Resultat waren nicht selten kotzende und kollabierende, aber letzten Endes häufig auch „knallfitte“ Spieler. Dass Magath mit diesen Methoden und seiner autoritären Art Angst und Schrecken verbreitete, war sicherlich kein Zufall.

Typisch Magath ist auch, dass er bei jeder seiner ersten sechs Trainer-Stationen (HSV, Nürnberg, Bremen, Frankfurt, Stuttgart, Bayern) Erfolg hatte – zumindest kurzfristig. Denn ein Trainer vom Typ Magath hat nur eine begrenzte Haltbarkeit. Die Spieler folgen ihm, bis sich der Erfolg einstellt, danach hat er sich verbraucht und stößt bei seinen Profis auf Widerstand.

Der heutige Magath: Kaufen, probieren, verkaufen, probieren, kaufen

Bis ins Jahr 2007, seiner Demission bei Bayern München, wurde Magath entlassen, wenn die Spieler ihm nicht mehr folgten. Auf seinen letzten beiden Stationen, in Wolfsburg und auf Schalke, hat Felix Magath sich jedoch eine Machtfülle gesichert, die ihm andere Methoden erlaubte. Seitdem betrachtet er seine Spieler nur noch als Nummern. Hatte ein Spieler seine Schuldigkeit getan, holte Magath sich eben einen neuen und entsorgte den alten. Ähnlichkeiten mit Papier-Taschentüchern sind rein zufällig…

In den letzten dreieinhalb Jahren hat Felix Magath viel Geld „verbrannt“. Sein Konzept – sofern man es denn so nennen kann – bestand darin, inflationär Spieler zu verpflichten. Sein Motto: Ich hole mir fünf, einer wird schon dabei sein, der was taugt. Scouting wird dabei überflüssig. Der Erfolg gab ihm lange Zeit recht. Vor allem in seiner Wolfsburger Zeit landete er viele Glückstreffer (s.u.).

Doch seine jüngsten Neuzugänge, allen voran der Persien-Maradona Ali Karimi (alt, langsam, defensiv schwach, seit Jahren nur in Operetten-Ligen unterwegs) und Angelos Charisteas (alt, langsam, offensiv schwach, seit Jahren nur noch von seinem Ruf lebend) werfen die Frage auf, ob Felix Magath sich seinen Ruf nicht nachhaltig zerstört.

Schalke rangiert in der Bundesliga nur noch unter ferner liefen. Von den 13 Spielern, die Magath im Sommer holte, spielen nur Raul, Huntelaar, Uchida und Metzelder Stamm. Andere, wie Nicolas Plestan, Hans Sarpei, Nicolas Escudero, Erik Jendrisek oder Ciprian Deac wurden einfach mal reingeworfen und stellten sich schon nach wenigen Spielen als zu schlecht heraus. Jendrisek ist bereits weg, die anderen würde Magath lieber jetzt als gleich loswerden.

Die Liste des Grauens

In der folgenden Liste sind alle Spieler vermerkt, die Felix Magath ab dem 1.7.2007 (seinem Amtsantritt in Wolfsburg) verpflichtet hat. Aus Platzgründen werde ich mir die Abgänge schenken. Insgesamt verpflichtete Magath 70 Spieler (Transferausgaben gesamt: 113,9 Mio.). In der gleichen Zeit gab er 42 Spieler ab und verlieh 21 (Transfererlöse gesamt: 42,1 Mio.).

Index:
Volltreffer +++
Guter Einkauf ++
Nur kurzzeitig ein Gewinn +
Durchschnitt 0
Mitläufer –
Flop —
Katastrophe —

Saison 2007/08 VfL Wolfsburg

Ashkan Dejagah 0
Makoto Hasebe +
Grafite +++
Sascha Riether ++
Daniel Baier –
Edin Dzeko +++
Ricardo Costa —
Jan Simunek –
Sergiu Radu —
Vlad Munteanu —
Diego Benaglio +++
Josué ++
Alexander Laas —
Mame Niang —
Marcel Schäfer ++
Danijel Ljuboja —
Christian Gentner ++

Fazit: Grundlage für die Meisterschaft 2009 gelegt. Magath holte in jener Saison 8 Stützen der Meistermannschaft.

Saison 2008/09 VfL Wolfsburg

Daniel Adlung –
Rodrigo Alvim —
Marwin Hitz 0
Petar Pekarik +
Cristian Zaccardo —
Zvejzdan Misimovic +++
Caiuby —
Yoshito Okubo —
Mahir Saglik —
Andrea Barzagli +
Alexander Esswein –
Bernd Korzynietz —

Fazit: Nur Misimovic ein Volltreffer.

Saison 2009/10 Schalke 04

Lukas Schmitz +
Christoph Moritz +
Emin Yalin —
Mineiro —
Tore Reginiussen —
Edu 0
Junmin Hao –
Besart Ibraimi —
Vasileios Pliatsikas —
Lewis Holtby –
Jan Moravek –
Mario Gavranovic –
Peer Kluge +
Bogdan Müller —
Alexander Baumjohann —
Marvin Pachan –
David Loheider –
Predrag Stevanovic –
Joel Matip +
Lubos Hanzel –

Fazit: Viel Masse. Nur die Nobodys Schmitz, Moritz und Matip schaffen den Sprung.

Saison 2010/11 Schalke 04

Ali Karimi
Tim Hoogland 0
Christoph Metzelder +
Erik Jendrisek —
Raul +
Nicolas Plestan —
Hans Sarpei —
Ciprian Deac —
Anthony Annan
Sergio Escudero —
Kyriakos Papadopoulos +
Klaas-Jan Huntelaar +
José Manuel Jurado –
Atsuto Uchida +
Angelos Charisteas
Lars Unnerstall 0
Danilo Avelar

Fazit: So viele Flops wie nie. Die Neuzugänge sind natürlich noch nicht zu bewerten. Interessant: Magath holte mit Escudero, Sarpei und Avelar drei (!) Linksverteidiger

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