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Nov
26

Materialsport Fußball: Ausrüstung als Leistungsfaktor

Der Motorsport oder der Triathlon sind bekannt für ihre Materialschlachten. Nur wer dort ständig am Equipment feilt, kann sein Talent auch in Leistung umsetzen. Der Fußball gilt im Vergleich dazu als weitgehend technologiefreier Sport. Doch das trifft nur auf den ersten Blick zu.

Wenn man in Deutschland über die Vergangenheit des Fußballs spricht, ist häufig vom „Wunder von Bern“ die Rede. Die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz war in der Tat eine ganz andere Ära. Nicht nur die Taktik, die Spielführung und die Physis der Spieler waren konträr zur heutigen Zeit – auch das Material lässt sich mit einer modernen Fußballausrüstung nicht vergleichen.

Die Fußballschuhe

Die als sehr fortschrittlich geltenden Deutschen spielten im Finale von Bern mit 700 Gramm schweren Fußballschuhen aus Leder, die Zeugwart und Adidas-Gründer Adi Dassler erfunden hatte. Gegner Ungarn kickte in vergleichsweise klobigen Schuhen, die aufgrund des regennassen Platzes nach Spielende knapp 1,5 Kilogramm gewogen haben sollen.

800 Gramm weniger an den Füßen sind eine gewaltige Zahl. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass moderne Fußballschuhe der Top-Kategorie im Paar teilweise weniger als 350 Gramm auf die Waage bringen. Die Ursache liegt in der Technologie: Das klassische Leder hat bei Fußballschuhen längst ausgedient, es ist durch sehr viel leichteres und weicheres Synthetikmaterial ersetzt worden. Dessen größter Pluspunkt liegt darin, dass Feuchtigkeit ihm nichts anhaben kann. Moderne Fußballschuhe wiegen bei brennender Sonne daher genauso viel wie bei sintflutartigen Regenfällen. Hinzu kommen eine hochelastische Sohle für eine bessere Kraftübertragung sowie optimierte Stollen für Griffigkeit und Beschleunigung.

Das Trikot

Rund 300 Gramm sollen die Baumwolltrikots von Fritz Walter, Helmut Rahn & Co. gewogen haben. Am Finaltag von Bern sorgten der Regen und der Schweiß der Spieler allerdings dafür, dass die maximale Aufnahmefähigkeit des Materials von 65 Prozent erreicht wurde – das Trikot der Spieler brachte somit fast 500 Gramm auf die Waage.

Auch in diesem Bereich hat sich der Fußball enorm weiterentwickelt. Mittlerweile sind Trikots zu 100 Prozent aus Polyester gefertigt. Dieses Funktionsmaterial ist kaum in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen, weswegen moderne Jerseys auch nach Spielende selten mehr als 200 Gramm wiegen.

Der Fußball

Bis in die 1980er Jahre bestanden Fußballe aus Leder. Sie waren dadurch sehr robust, aber auch sehr saugstark, was ihr Gewicht bei Niederschlägen schnell auf mehr als ein Kilogramm erhöhte und die Flugeigenschaften massiv beeinflusste.

Mittlerweile dürfen Spielbälle laut FIFA-Regularien maximal 450 Gramm wiegen – und zwar im trockenen wie im nassen Zustand. Dies funktioniert, weil neuartige Fußbälle über eine nahtlose, feuchtigkeitsabweisende Oberfläche aus Polyurethan und Polyester verfügen. Noch dazu fliegen diese Fußbälle „runder“ als Modelle aus der Vorzeit. Absolute Premium-Fußbälle bringen mittlerweile sogar weniger als 300 Gramm auf die Waage.

Kassensturz

Selbst bei trocknen Verhältnissen hat eine Fußballausrüstung inklusive Hose und Stutzen zu Sepp Herbergers Zeiten rund zwei Kilogramm gewogen. Die Schützlinge von Jogi Löw haben es da mit weniger als einem Kilogramm im wahrsten Sinne des Wortes deutlich leichter. Sich mit einer Old-School-Ausrüstung einzukleiden, ist heute kaum noch möglich.

1 Kommentar

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  1. Klaus sagt:

    Hallo,

    ich finde die Fußballschuhe sind das A und O. Ich habe bis jetzt immer mit Nike Fußballschuhen gespielt. Ich denke mein Fuß hat sich über die Jahre verändert, denn die Nikes passen mir nicht mehr so gut wie früher. Gerne würde ich mal den adidas ACE https://www.soccercity.cc/fussballschuhe/adidas-fussballschuhe/ace/adidas-ace-17-1-primeknit-fg-blau-schwarz.html probieren.
    Haben Sie dazu Erfahrung wie sich der so spielt? Mein Fuß ist eher breit.

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