«

»

Jan
10

Messi zum dritten – Ist er nun der Beste aller Zeiten?

2009, 2010, 2011 – trotz überschaubarer Leistungen im argentinischen Nationaltrikot ist Lionel Messi bereits zum dritten Mal in Serie zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden. Rekord! Ist er damit der beste Kicker aller Zeiten?

Ok, die Wahl zum Weltfußballer des Jahres gibt es offiziell erst seit 1991. Insofern muss man den Rekord von Lionel Messi ein wenig relativieren. Top-Stars früherer Jahre, wie di Stefano, Puskas, Pelé, Beckenbauer, Cruyff oder Maradona hatten eben nicht die Chance, sich zum offiziell besten Spieler der Welt küren zu lassen.

Ohnehin ist es schwer, eine solche Wahl zu fällen. Stürmer oder Mittelfeldregisseure haben es traditionell einfacher als Abwehrspieler oder Torhüter. Noch viel schwerer fällt der Vergleich über mehrere Epochen: War Pelé nun besser als Maradona, wo stehen Zidane oder Messi im All-Time-Ranking?

Ich für meinen Teil wage die Behauptung, dass Messi ein überragender Einzelspieler ist, aber nicht der beste aller Zeiten. Denn der Superdribbler „funktioniert“ nur beim FC Barcelona, nicht aber in der argentinischen Nationalmannschaft. Sein großer Landsmann Diego Maradona dagegen brauchte keine überragenden Mitspieler, um seine Teams zum Erfolg zu führen. Deswegen ist Maradona in meinen Augen höher einzuschätzen. Ohne ihn wäre Argentinien bei der WM 1986 wohl nur die Hälfte wert gewesen. Auch der SSC Neapel wäre in den späten 80ern sicherlich kein internationales Top-Team geworden.

Allerdings: Nach meinem ureigenen Verständnis sollte der weltbeste Spieler jemand sein, der nicht nur selber glänzt, sondern vor allem auch seine Mitspieler besser macht. Seinen Wert für eine Mannschaft darf man erst erkennen, wenn er nicht mehr da ist. Und was das angeht, ist für mich persönlich Zinédine Zidane bis heute die Nummer eins. Wer ist eure Nummer eins aller Zeiten? Und warum?

P.S.: Wieder mal hat es kein Deutscher in die Top Ten geschafft. Mesut Özil wurde 11., Thomas Müller 13., Bastian Schweinsteiger 15. Und in der „FIFA XI“, der besten Elf des Jahres, stehen ausschließlich Akteure vom FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United. Wird Zeit, dass sich das ändert. Am „einfachsten“ geht das wahrscheinlich durch den Titelgewinn der Nationalmannschaft bei der EM in Polen und der Ukraine. Denn merke: Bei solchen Auszeichnungen zählen viel zu oft die Erfolge der Vergangenheit, weniger aber das aktuelle Leistungsvermögen.

3 Kommentare

Derzeit kein Ping

  1. zanezd sagt:

    Es faellt aeusserst schwer sich hier nur auf einen Spieler festzulegen.
    Du hast auch sehr gut das Dilemma beschrieben, denn es ist unmoeglich Spieler verschiedener Epochen miteinander zu vergleichen.

    Das was einen Beckenbauer auszeichnete gehoert mittlerweile zum 0815-Repertoire eines jeden B-Jugendlichen.

    Einen Weltfussballer sollte ausmachen, dass er seine Spieler mitreisst und besser macht. Ständig das 4 oder 5:0 schiessen ist fuer mich kein Praedikat dass die Weltspitze repraesentiert.
    Deshalb halte ich auch die Wahl Messis nicht wirklich fuer gerecht.

    Ueber seine Qualitaeten braucht man nicht zu sprechen. Er ist schlicht ueberragend – jedoch halte ich die Arbeit in seinem Ruecken (sprich : Xavi, Iniesta oder auch Busquets, welcher meiner Meinung nach nciht die Wuerdigung erhaelt die er verdient).

    Ich versuche mich mal an einer Top5
    1. Maradona – In deinem Text schon super beschrieben. Herausragend, ohne durch seine Mannscaft „getragen“ worden zu sein.
    2. Zidane – Obwohl nie der schnellste, staendig anspielbar und permanent mit Blick fuer den Mitspieler.
    3. Robert Prosinecki – War fuer mich immer ein Genie am Ball, der leider den Verlockungen des suessen Lebens erlag und den Fokus nicht auf den Fussball richten konnte.
    4. Ronaldinho – Zu Glanzzeiten verkoerperte er fuer mich das Beste was es in puncto Tempodribbling gab.
    5. Oliver Kahn – Ein Torwart ? Ja. Denn ohne ihn haette es Bayern in seiner Form in dern 90ernund fruehen 2000ern nicht gegeben.

  2. Heibel sagt:

    Du hast dich ja richtig mit dem Thema auseinandergesetzt, Respekt! Ich tue mich mit einem Ranking ganz schwer, letzten Endes kann man die Leute nur innerhalb ihrer Ära beurteilen. Und ich denke, dass Diego da schon die Nummer eins war. Auch Platini hat in seinen Glanzzeiten die Stärke der Mannschaft ausgemacht. Die Franzosen haben vielleicht nicht so sehr 1998 und 2000, aber in extremem Maße 2006 von Zidane gelebt. Auch 2002 hat seine Verletzung gezeigt, was man ohne ihn nur wert ist. Kahn hat den deutschen Fußball über eine große Depression hinweg gerettet. Beckenbauer kann ich nicht ernsthaft genug beurteilen, ebenso wenig Cruyff und erst recht nicht Pelé oder di Stefano.

    Von den heutigen Spielern sind Messi und Ronaldo sicherlich mit Abstand die größten Individualisten. Ich gebe dir aber recht, dass sie ohne ihre nicht minder genialen, aber weniger prominenten Mitspieler nicht so glänzen können. Und was man auch nicht vergessen darf: Beide haben gerade in der Liga unglaubliche Trefferquoten. Doch in der Primera Division lässt das Leistungsgefälle solche Statistiken auch zu. Real und Barca sind da einfach so viel überlegener als der Rest. Bei Barca und den Spaniern bin ich mal gespannt, wie die das näher rückende Karriereende von Puyol und Xavi auffangen. Ich glaube, die beiden wird man erst so richtig schätzen, wenn sie weg sind…

  3. Henning F. Strenge sagt:

    Eigentlich hätte es Xavi verdient. Er legt Messi im Prinzip die Bälle auf und ist der Kopf des Barcelona Spiels.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*