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Feb
18

Klarer Fall von „überbewertet“ – Teil 1: Klaas-Jan Huntelaar

In der Fußball-Bundesliga gibt es den einen oder anderen Spieler, Trainer oder Verein, der – aus welchen Gründen auch immer – in der öffentlichen Wahrnehmung für meinen Geschmack viel zu gut wegkommt. Die Serie eröffnet…

der „Hunter“ mit der stumpfen Waffe – Klaas-Jan Huntelaar

Kurz vor dem Ende der Sommertransferperiode für 14 Millionen Euro vom AC Mailand geholt, machte Klaas Jan Huntelaar in den ersten Spielen für seinen neuen Arbeitgeber Schalke 04 genau das, was man von ihm erwartet hatte: Er traf, wie er wollte: 7 Tore in den ersten 10 Ligaspielen, 3 in den ersten 5 Champions League- Spielen.

Doch seit dem 13. November 2010 wartet der „Hunter“ mittlerweile auf ein Pflichtspieltor im königsblauen Trikot. Sein lehrbuchmäßiges Luftloch neulich in der Champions League gegen Valencia lässt vermuten, dass da noch ein paar Tage hinzukommen werden. Ist der „Hunter“ etwa in der typischen Krise, die ein Torjäger einfach irgendwann bekommt? Felix Magath, der ihn gekauft hat, wird das so sehen. (Anmerkung: Leuten, die angesichts der Magath-Dichte in meinen letzten Posts auf die Idee kommen, dass ich dem Schalker Macher nicht besonders gesonnen bin, kann ich nur entgegnen: Stimmt!)

Huntelaar – nur kurzfristig ein Volltreffer

Wer einen Blick auf die sportliche Vita von Huntelaar wirft, wird aber feststellen, dass der Niederländer es bei keiner seiner Stationen außerhalb der Niederlande geschafft hat, nachhaltig Leistung zu bringen. In der Operettenliga Eredivisie, in der auch für die Bundesliga zu schlecht befundene Stürmer wie Blaise N’Kufo (einst Mainz, Hannover) über Jahre mehr als 20 Saisontore zu Wege gebracht haben, ist es auch dem „Hunter“ nicht allzu schwer gefallen, in der Saison 2007/08 34-mal einzunetzen – und seinen Marktwert dadurch gewaltig nach oben zu schrauben.

Sowohl bei Real Madrid, als auch beim AC Milan und nun in Gelsenkirchen lief es für den Niederländer stets gut an, doch schon nach kurzer Zeit war nichts mehr von ihm zu sehen. Real reichte seinen 27-Millionen-Einkauf (bzw. -Flop) bereits nach sechs Monaten mit 12 Millionen Euro Verlust im Sommer 2009 nach Mailand weiter. Dort traf er in 25 Spielen 7-mal und wurde von den Italienern dankend an den erstbesten Verein weiterverkauft, der bereit (oder dumm genug) war, 14 Millionen Euro Ablöse zu bieten. Doch nicht etwa Manchester City (für das diese Summe ein Klacks wäre und das normalerweise alles kauft, was sich Stürmer nennt) wurde vorstellig, sondern der FC Schalke. Allein dieser Fakt könnte einem zu denken geben…

Huntelaar trifft nur für Oranje wie er will

Zwei Fragen stellen sich mir:
1.) Woher bezieht der „Hunter“ seinen immer noch hohen Transferwert?
2.) Wird man sich auch in Zukunft noch um ihn reißen?

Zu 1.) Niederländische Fußballer haben immer einen Image-Vorteil. Der Fußball von Ajax Amsterdam und der der Nationalmannschaft lieferte über Jahre für alles, was das Herz des Fußballromantikers begehrt. Technisch starke, schnelle Spieler. Offensive Spielweise. Aber immer auch ein Schuss Tragik. Ajax wurden immer die besten Spieler weggekauft, die Nationalmannschaft spielte immer mit den schönsten Fußball, kam aber nie besonders weit.

Kurzum: Niederländische Fußballer haben den Vorteil, dass man sie rund um den Globus schätzt. Dass manche von ihnen den hohen Erwartungen nicht gerecht werden und es trotz aller Lobeshymnen eben nicht über den guten Durchschnitt schaffen, bleibt dabei nicht aus – wie u.a. der Neu-Hoffenheimer Ryan Babel. Noch so einer, dem man eigentlich einen Artikel dieser Serie widmen könnte.

Außerdem lassen sich viele Manager von nackten Torquoten blenden. Und die sind in der niederländischen Liga eben naturgemäß hoch. Nikos Machlas, Afonso Alves oder Mateja Kezman sind nur ein paar Beispiele für Akteure, die in der Eredivisie von der Trefferquote her „gerockt“ haben – aber eben nur da. Huntelaar könnte der nächste werden, den man dazu zählen muss.

Zu 2.) Mag sein. Das hat Huntelaar selbst auf dem Fuß. Doch Stand heute wäre es töricht, wenn ein anderer Verein noch einmal so viel Geld für ihn ausgeben würde. Das Einzige, was derzeit noch für ihn spricht, ist die Torquote in der Nationalmannschaft: 26 aus 42.

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