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Nov
29

Neuverteilung der TV-Gelder – Problem gelöst?

Der FC Bayern dominiert seit Jahren die Bundesliga. Die Münchner könnten sich in dieser Saison zum neunten Mal in Folge die Meisterschaft sichern. Der Rest der Liga hinkt nicht nur sportlich meilenweit hinterher. Auch finanziell kann kein anderer Klub in Deutschland mit dem Branchenprimus mithalten. Daher wird nun lautstark über die Neuverteilung der Fernsehgelder diskutiert. Doch ist das Problem damit gelöst? Die Bayern sowie der Großteil der Bundesligisten stellen sich quer.

Bayern sportlich und finanziell top

Es gab mal eine Zeit, da war die Bundesliga noch ein ausgeglichener Wettbewerb. Da wurden Mannschaften wie der 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen, der VfB Stuttgart oder der VfL Wolfsburg Meister. Seit zehn Jahren machen jedoch die Bayern und Borussia Dortmund die Schale unter sich aus. Genauer gesagt, sind es eigentlich nur noch die Münchner, die seit 2013 durchgehend auf dem Rathausbalkon der Stadt mit der Salatschüssel jubeln. Die Liga ist einseitig geworden. Sportlich, das bestätigen auch die Fußball-Wetten von Anbietern wie bet365, hat der Rekordmeister die Konkurrenz weit abgehängt. Etwas mehr als ein Fünftel der Saison ist absolviert. Mit 1,10 führt kein Weg an den Bayern vorbei. Lediglich Dortmund kommt mit 9.00 noch auf eine einstellige Meisterquote.

Die Bayern haben sich ihren Erfolg hart erarbeitet. Der Titelverteidiger profitiert jedoch auch von den Einnahmen aus der Champions League. Hinzu kommen die TV-Gelder in der Bundesliga. Der Meister sahnt am meisten ab. Und genau das wollen einige Klubs ändern. Doch eine Lösung für die bayrische Dominanz ist das noch lange nicht.

Quelle: Pixabay

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Sportlicher Erfolg gleich mehr Einnahmen?

Dass die Bayern ein Problem haben, auf Fernsehgelder zugunsten anderer Klubs zu verzichten, ist nur nachvollziehbar. Schließlich erhalten die Münchner nicht aufgrund ihres Namens das meiste Geld, sondern durch ihre Leistungen auf dem Platz. Wenn man gute Arbeit leistet, sollte das auch belohnt werden. Mit diesem Gedanken sind die FCB-Bosse übrigens nicht alleine. 14 Bundesligisten und der Hamburger SV haben sich zu einem „G15“-Treffen zusammengefunden, um unter Ausschluss der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die von Stuttgart, Mainz, Augsburg und Bielefeld angestoßene Neuverteilung der Fernsehgelder zu diskutieren.

Vorwiegend handelt es sich bei den Befürwortern der Änderung um Klubs, die um den Klassenerhalt spielen sowie Vereine aus der 2. Bundesliga. Die Idee: Die Gelder sollen 50:50 aufgeteilt werden. Die eine Hälfte wird dem Wunsch nach einheitlich und unabhängig von der Ligaplatzierung ausgeschüttet. Lediglich die andere Hälfte erfolgsabhängig. Die Schere zwischen arm und reich soll sich dadurch wieder etwas mehr schließen und die Liga dadurch an Spannung gewinnen. Zudem soll die 2. Bundesliga besser vermarktet werden, was für die Klubs Mehreinnahmen von bis zu 42 Millionen Euro bedeuten könnte. „Die Gesamtentwicklung des deutschen Fußballs müssen auch Bayern München und Borussia Dortmund im Blick haben. Wir brauchen eine Neuordnung“, forderte zuletzt Klaus Allofs, Vorstand von Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Bis Dezember will die DFL eine Entscheidung treffen. Insgesamt geht es um 4,4 Milliarden Euro über vier Jahre.

Nicht ohne die Großen

Diese Rechnung hat die Deutsche Fußball Liga jedoch ohne die großen Klubs gemacht. Beim G15-Gipfel waren keine DFL-Vertreter vor Ort. Zudem wurden die Bundesligisten aus Stuttgart, Mainz, Augsburg und Bielefeld ausgeschlossen. Die „hatten sich ja vorher schon auf eine Haltung festgelegt und versucht, das DFL-Präsidium damit unter Druck zu setzen“, begründete vor Kurzem BVB-Boss Aki Watzke gegenüber der „Funke Mediengruppe“. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich ähnlich. „Den Solidarpakt haben nicht wir gebrochen. Die vier Bundesligisten und die zehn Zweitligisten haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen.“ Zudem werde die G15 keinen Gegenvorschlag bei der DFL einreichen. Die Deutsche Fußball Liga hätte in der Sache das letzte Wort. Man kann die Kleinen natürlich verstehen. Andererseits stellt sich die Frage, wenn nun Bayern und Dortmund das größte Stück vom Kuchen abbekommen, warum sich dann der Rest der Liga nicht hinter Stuttgart, Mainz, Augsburg und Bielefeld positioniert?

Wettbewerb bleibt Wettbewerb

Vielleicht, weil sich die Wettbewerbsfähigkeit damit doch nicht wieder herstellen lässt und die Neuverteilung nur zu noch größeren Problemen führt. Für die Spitzenklubs bleibt zumindest national fast alles beim Alten, doch Klubs wie beispielsweise Eintracht Frankfurt, die sich über die vergangenen Jahre durch harte Arbeit nach oben gekämpft haben, sind in den Planungen der Rivalen ebenfalls Leidtragende. Das ist nur schwer zu vermitteln. Die Bayern oder der BVB können wohl schon alleine durch ihre Auslandsvermarktung und durch Merchandising auf einen Teil der Einnahmen verzichten. Ob deswegen die Bielefelder einmal als Favorit nach München reisen, darf jedoch bezweifelt werden.

Zusammengefasst bleibt zu sagen, dass die Liga durch eine Neuverteilung der Gelder nicht enger zusammenrücken wird. Vielmehr entsteht eine neue Kluft, die durch das Vorpreschen der vier genannten Klubs zu neuen Problemen führt. Leistung sollte belohnt werden. Das ist schließlich nicht nur im Fußball so. Und im Endeffekt leidet darunter auch das Standing der Bundesliga im Ausland. Denn wenn selbst die Bayern international in Sachen Einnahmen nicht mehr mit den Mittelklasse-Klubs aus England mithalten können, gehen die Stars eben ins Ausland. Dann gäbe es in Deutschland vielleicht eine Chancengleichheit, die niemand für gutheißen kann.

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