«

»

Nov
05

Pfiffe in Köln – Ganz ruhig bleiben

Pfiffe von den Zuschauerrängen sind im Profifußball keine Seltenheit. Im Kölner Rhein-Energie-Stadion vernahm man sie aber in den vergangenen zwei Jahren aber kaum noch – bis zur 0:1-Niederlage des FC gegen den bis dato noch sieglosen SC Freiburg. Für das Ziel Klassenerhalt wäre ein nachhaltiges Kippen der Stimmung durchaus heikel.

Spielerisch ist der 1. FC Köln gewiss keine Bereicherung für die Bundesliga, das muss man so klar sagen. Angesichts von nur sieben erzielten Toren bei 83 abgegebenen Torschüssen nach zehn Spielen (beides Platz 17) ist Tabellenplatz elf mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nach fast einem Drittel der Saison eine gute Bilanz – der sattelfesten Abwehr um die erst 21 Jahre alten Timo Horn und Kevin Wimmer sei Dank.

Überhaupt sollte nicht vergessen werden, dass die Kölner Offiziellen zu keiner Zeit ein anderes Ziel ausgegeben haben als Position 15 und damit den direkten Klassenerhalt. Dank des unerwarteten Sieges gegen Borussia Dortmund, den ebenso wenig einkalkulierten Punkt gegen den Lokalrivalen Borussia Mönchengladbach oder den Dreier bei Werder Bremen ist der FC also auch trotz der ärgerlichen Heimpleite gegen den SC voll auf Kurs.

Vergleiche zur 2. Bundesliga besser sein lassen

Dass die Fans in Köln das Pfeifen wieder erlernen, hat wohl mit der immer noch vorhandenen Großmannssucht in der Stadt des ersten Bundesliga-Meisters zu tun. Der Kölner jubelt dem „EffZeh“ halt lieber zu, anstatt mit ihm Punkt um Punkt zu erbibbern.

Nur: In der 1. Liga weht ein anderer Wind als im Unterhaus, durch das Köln in der vergangenen Saison marschiert ist – zumal nicht vergessen werden sollte, dass am souveränen Aufstieg auch die Inkonstanz der versammelten Konkurrenz ihren Anteil hatte.

Noch lebt der FC von der Außenseiterrolle

Klar ist, dass der 1. FC Köln als Aufsteiger in der 1. Bundesliga in beinahe jedem Spiel in die Rolle des Außenseiters schlüpfen kann. Gegen Freiburg sowie wenige Tage zuvor im DFB-Pokal beim Drittligisten MSV Duisburg kam es zu den wenigen Ausnahmen, in denen der FC Favorit war und das Spiel machen musste.

Diese Anforderung passt allerdings weder zum vorhandenen Spielermaterial noch zur Ausrichtung der Mannschaft – die auf überfallartige Angriffe aus einer stabilen Defensive abzielt und nicht auf den ballsicheren und technisch hochwertigen Vortrag des Leders vor das gegnerische Tor.

Offensive hat noch viel Luft nach oben

Anders gesagt: Der 1. FC Köln spielt bislang, was er kann. Viele der jungen Spieler wie eben Horn und Wimmer, aber auch die Außenverteidiger Jonas Hector und Pawel Olkowski oder Abräumer Kevin Vogt machen dies nicht selten exzellent. In der Offensive hat die talentierte Mannschaft aber noch nicht in Gänze den Schritt von der Zweit- zur Erstklassigkeit vollzogen.

Gut für Köln: Wenn die Mannschaft ihre Geschlossenheit behält, werden die nötigen Punkte zum Klassenerhalt hinzukommen. Allzu viele Spiele, in denen die Mannschaft von Peter Stöger beim Stand von 0:0 das Geschehen diktieren muss, wird es nicht mehr geben. Um das Team – vom eigenen Anhang lange über die Maßen gelobt – aber die nötige Ruhe behält, sollte das Umfeld mit einem guten Beispiel vorangehen. Unterstützung ist angesagt!

2 Kommentare

Derzeit kein Ping

  1. h.chinaski sagt:

    Man sollte auch nicht vergessen dass der Effzeh auch in der zweiten Liga nur selten spielerische Highlights geliefert hat.

    Die Defensive steht erstaunlich gut und man kann bislang keinem der Spieler vorwerfen nicht alles abzurufen. Offensiv hapert’s noch. Zoller, Ujah und Osako haben sich noch nicht an das höhere Niveau angepasst. Das Halfar, Risse und Peszko in der ersten Liga auch nicht direkt zu den Spitzenspielern gehören hätte man sich auch vorher denken können. Insofern sind die Pfiffe mehr als unberechtigt.

    Trotzdem ist gerade in der Offensive noch Luft nach oben. Ob man im Winter – wie es der Boulevard gern sehen würde – nachlegen sollte? Ich denke nicht! Es sei denn man findet einen Supertalent zum Schnäppchenpreis. Aber das werden Stöger/Schmadtke/Jakobs schon einzuordnen wissen.

    Zudem: Wenn man den Schnitt von 1,2 Punkten pro Spiel auf 34 Spiele hochrechnet landet man bei knapp 41 Punkten. In den letzten Jahren hätte das für eine Platzierung zwischen 11 und 14 gereicht. Würde ich sofort unterschreiben.

    Insofern passt das Schmadtke Zitat: „Ruuuuuhig, gaaaaaaanz ruhig!“

  2. Niquo sagt:

    Ach, ein Risse hat in Mainz bereits bewiesen, dass ihm zwei Flügel nicht reichen – wenn er sich nicht unnötig verletzt. Denke, da geht offensiv einiges beim EffZeh, zumal der feine Halfar einfach mal ein paar Sonderwochen Streicheleinheiten vom Stögi bräuchte & dann das Kölner Karussel richtig in Fahrt käme. Kollege Ujah (in meinen Augen bisher aufs Heftigste unterschätzt) hätte es dann relativ leicht. Und auch der Simon Zoller ist, wie ich finde für einige Überraschungen gut (solide angelegte Millionen – passt mal auf :) ).
    Als 96er freu ich mich durchaus für alle KreisKölner…ihr habt nen Brasilianer im Management… Der kann zaubern und zwar bedarfsgerecht.
    Alle KölnFans sollten sich einfach zwei, drei Adventskalender holen, paar mal gaaanz tief durchatmen, meditieren & entspannen, die Ecken vom Stopschild viermal zählen und dann im Mai endlich erstmal ganz entspannt genießen.
    Und danach aus dieser Entspannung lernen und weiter gaaanz relaxt die Verantwortung samt der daraus resultierenden Verantwortung geduldig beobachten und heftigstes Vertrauen in den Neuen Kölner Weg haben. Tee trinken, Kaugummi kauen, massieren lassen, Whirlpool genießen etc… Dann wird schon bald niemand mehr über Klopp & Tuchel sprechen. Sondern über einen Neuzugang, der als Weltmeister die Torjäger-Kanone holt…
    Wenn das Umfeld es schaffen sollte, den Geißböcken diese Saison tatsächlich noch zu versauen, empfehle ich eine Fusion mit dem HSV…
    Ach und die nächsten Lottozahlen…bitte einfach melden :)

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*