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Aug
24

Philipp Lahm und die Scheinheiligkeit – Was reitet den Badewannenkapitän?!

Vor gut einer Woche hat sich Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm noch abschätzig über die Kritik von Oliver Kahn geäußert, wonach es in Deutschland keine Führungsspieler mehr gebe. Man äußere sich nicht schlecht über ehemalige Kollegen, so etwas gehöre sich nicht, sagte Lahm. Nun bringt der „Badewannenkapitän“ seinerseits ein Buch heraus, in dem er mit Kritik an früheren Weggefährten nicht spart. Gehört sich so etwas, Herr Lahm?!

„Der feine Unterschied – Wie man heute Spitzenfußballer wird“ heißt der literarische Erstling des Bayern- und Nationalmannschaftskapitäns Philipp Lahm. Allein der Buchtitel kommt einem gewaltigen Fehdehandschuh gleich, der seinen 170 Zentimeter kleinen Autor an Größe deutlich übertrifft. Der Titel suggeriert „Was wollt Ihr? Ich allein weiß, wie es geht“ und dokumentiert die zunehmende Abgehobenheit und Oberlehrerhaftigkeit des Mannes, der mehr und mehr nur noch von seinem Ruf als ehemaliger Weltklassespieler lebt.

Abgesehen von Bundestrainer Joachim Löw scheint Lahm in seinem Buch kein gutes Haar an einem seiner bisherigen Trainer zu lassen. Rudi Völler habe keine Idee von Fußball gehabt. Jürgen Klinsmann habe nur Fitness, aber keine Taktik trainieren lassen. Schnell habe man gemerkt, dass es mit ihm nicht ginge und nur noch Schadensbegrenzung betrieben. Und Louis van Gaal, der Lahm erst auf die über Jahre erquengelte rechte Verteidigerposition gestellt und ihm dann auch noch die Bayern-Kapitänsbinde gegeben hat, habe zu offensiv spielen lassen und sei überhaupt beratungsresistent gewesen.

Was will Lahm, der als Kapitän des FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft auf dem Zenit seiner Macht ist, sich und der Welt mit diesem Buch beweisen? Dass er doch kein „Chefchen“ ist, sondern auch mal klare Worte findet? Wenn das der Fall ist, hätte er nicht den Weg über ein Buch bzw. über Vorabdrucke in Deutschlands meistgelesener Zeitung (für die Lahm auch noch wirbt) wählen sollen. Größe äußert sich zu Philipp Lahms Glück nicht in der Körperlänge. Größe äußert sich aber ebenso wenig darin, dass man nachträglich alles schlecht macht und mit erhobenem Zeigefinger kundtut, dass man selbst den Fehler ja immer schon erkannt hat.

Allein die Art und Weise der Kritik, die man in den bislang bekannten Auszügen ablesen kann, zeugt von ganz schlechtem Stil und ist nicht nur eines Nationalmannschaftskapitäns, sondern überhaupt eines Nationalspielers und eines „Vorbilds für die Jugend“ unwürdig. Nachtreten gehört sich auf dem Fußballplatz nicht, und auch für Nachtreten neben dem Platz gehört man gemaßregelt. Es gibt da ja so etwas wie einen Präzedenzfall: Toni Schumacher hat 1987 ebenfalls ein Buch mit Sprengstoff veröffentlicht und ist dafür aus seinem Verein und aus der Nationalmannschaft geflogen…

P.S.: Wäre cool, wenn Philipp Lahm das liest. Dann kann er sein Zitat über Kahn – „Was irgendjemand in irgendeinem Blog von sich gibt, interessiert mich nicht“ – wieder aufwärmen.

2 Kommentare

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  1. CapitanoLutscher sagt:

    Phlipp Lahm war mal ein guter Fußballer, der auch als Typ sympathisch rüberkam. Mittlerweile macht er im Spiel mehr Fehler nach hinten und ist nach vorbne nicht mehr so effektiv wie früher. Noch dazu ist er immer mehr ein Kotzbrocken und Schreihals. Ein Machtfußballer, der auch schon Ballack gekillt hat und Schweinsteiger immer wieder kleinhält.

    Er mag diverse Binden tragen, zum Spiel-Führer machen sie ihn nicht. Und erst recht nicht zum Kapitän der Bayern-Fans oder der Deutschen. Er wird immer, wie du schreibst ein Badewannenkapitän sein. Möge er eines Tages genauso abgesägt werden wie er andere absägt!

  2. Chori_Pan sagt:

    Klinsmann und Völler: keine Ahnung von Trainingsmethodik, van Gaal: bertungsresistent.

    Klingt ähnlich spektakulär wie die wikileaks-Veröffentlichungen zu unserer Bundesregierung.

    Will sich der (beliebtes Reporterzitat:) kleine Philipp Lahm jetzt als Typ mit Ecken und Kanten präsentieren?

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