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Mai
11

Pokalfinale Dortmund – Bayern: Aller guten Dinge sind fünf?

Binnen eines Monats kommt es zum zweiten Mal zum Duell der Giganten: Im Finale um den DFB-Pokal in Berlin treffen morgen Abend mit dem BVB und dem FC Bayern die mit Abstand besten Mannschaften des Landes aufeinander. Dortmund hat die Bayern in den letzen vier Spielen geschlagen. Und auch ein fünfter Sieg in Serie ist nicht unwahrscheinlich.

Könnte man es den Bayern-Spielern verdenken, wenn sie mit dem Kopf schon ein klein wenig beim Champions League-Finale gegen Chelsea London am übernächsten Samstag sind? Keine Frage, die Bayern-Spieler sind Vollprofis, die von Haus aus jedes Spiel gewinnen wollen. Erst recht, wenn es um einen Titel zu gewinnen gibt. Doch wenn man ehrlich ist, ist das DFB-Pokalfinale nur das zweitwichtigste Spiel der Saison. Keiner will sich vor dem wichtigsten Spiel, dem Finale um die europäische Krone am 19.5., verletzen. Deswegen kann ich mir schwerlich vorstellen, dass der FC Bayern alles investieren wird, wenn man morgen gegen die Dortmunder Borussia in Rückstand geraten sollte.

Dortmund wird „heißer“ sein

Der BVB wird dagegen heiß sein wie das viel zitierte Frittenfett. Zum einen, weil die Truppe von Jürgen Klopp in jedem Spiel heiß ist. Zum Zweiten, weil für sie der Pokalsieg das Sahnehäubchen auf eine ohnehin erfolgreiche Saison wäre. Zum Dritten, weil für die Dortmunder Spieler das Fußballjahr mit dem Abpfiff des DFB-Pokal-Finals vorbei ist – nimmt man einmal die Nationalspieler aus, die in gut einem Monat noch eine Europameisterschaft vor der Brust haben. Für die Dortmunder gibt es also keinen Grund, in irgendeiner Weise (unterbewusst) ein paar Prozent rauszunehmen. Und zum Vierten, weil die Mannschaft ganz sicher den FC Bayern auch ein fünftes Mal in Serie „auffressen“ möchte. Dazu dürfte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß beigetragen haben, der sich kürzlich wie folgt äußerte: „Ich möchte die Leistung der Dortmunder nicht kleinreden, aber bei den beiden Saisonniederlagen haben sie uns nicht gerade an die Wand gespielt.“ Ganz schön taffe Worte… Den Zeitungsausschnitt muss Jürgen Klopp eigentlich nur an die Kabinentür heften.

Nicht zu vergessen: Die Dortmunder wissen mittlerweile, wie sie die Bayern „bearbeiten“ müssen, Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer haben schon mehrfach bewiesen, dass sie Franck Ribéry und Arjen Robben weitgehend aus dem Spiel neutralisieren können. Und wenn das passiert, sind die Bayern bestenfalls die Hälfte wert.

Warum man Bayern trotzdem die Daumen drücken sollte

Auf der anderen Seite wird vermutlich jeder Fußballfan in Deutschland den Bayern im Champions League-Finale gegen Chelsea die Daumen drücken. Doch allzu oft gilt im Fußball das Gesetz, dass man in den letzten Wochen einer Saison entweder alles gewinnt oder alles verliert. So geschehen im positiven Sinne 2001, als der FCB Meisterschaft und Champions League binnen fünf Tagen gewann. So geschehen im negativen Sinne 1999, als der FCB das Champions League-Finale und das DFB-Pokal-Finale binnen vier Tagen verlor.

Nachdem die Münchner die vor drei Wochen verlorene Meisterschaft längst abgehakt haben dürften, würde eine Niederlage im Pokalfinale das Risiko bergen, dass man mit leichten Knacks ins CL-Finale geht. Die Bayern-Spieler mögen zwar beteuern, dass sie den DFB-Pokal genauso sehr wollen wie den Henkelpott. Doch ob diese Worte auch das Innerste widerspiegeln, wage ich zu bezweifeln. Auf dem Niveau, auf dem sich Bayern und der BVB befinden, kann schon ein Prozent weniger Wille entscheidend sein. Ich glaube daher, dass Dortmund leichter Favorit ist. Doch wer auch immer den DFB-Pokal gewinnt, es wird ein verdienter Titelträger sein.

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