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Mrz
24

Porto ein Freilos für die Bayern? Vorschau auf das CL-Viertelfinale

Mit dem Viertelfinale geht die Champions-League-Saison 2014/15 in die heiße Phase. Mit Vorjahressieger Real Madrid und dem FC Barcelona hat es das Los nicht allzu gut gemeint. Der letzte deutsche Vertreter Bayern München hat im FC Porto dagegen eine vermeintlich einfache Aufgabe vor sich. Wer bleibt unbeirrt auf dem Weg zum Finale in Berlin?

Bayern München – FC Porto (15./21. April)

Die Bayern wollen die Champions League in dieser Saison gewinnen. Daraus macht niemand in München einen Hehl. Nach dem Selbstverständnis des FCB ist der 2013 gewonnene Titel nach der Halbfinalschmach der Vorsaison gegen Real Madrid nur in die spanische Hauptstadt verliehen. Auf dem Weg zum insgesamt sechsten Titel erwartet die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola in Portugals 27-maligem Meister FC Porto nun das vermeintlich einfachste Los aus dem Viertelfinaltopf.

Doch die Münchner sind gewarnt: Beim 0:2 in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach präsentierte sich die Abwehr um den sonst beinahe überirdischen Manuel Neuer fehlerhaft und fahrig, der Angriff ineffizient. Schwer wiegt zudem der wochenlange Ausfall von Flügelstürmer Arjen Robben mit einer Bauchmuskelverletzung. „Weltklasse kann man nicht einfach so ersetzen“, mahnte Sportvorstand Matthias Sammer.

Auch Guardiola warnte gleich nach der Auslosung: „Porto ist eine typisch portugiesische Mannschaft mit Spielern von großer Qualität. Sie sind physisch stark, spielen sehr schnell nach vorne.“ Nicht zu vergessen: Porto düpierte den FC Bayern schon einmal, 1987 im Endspiel siegte der Außenseiter mit 2:1. Die Hacke von Rabah Madjer ist unvergessen.

Der größte Star im Team der Portugiesen ist der kolumbianische Angreifer Jackson Martinez, nach dem sich halb Europa die Finger leckt. Auch die brasilianischen Außenverteidiger Alex Sandro und Danilo dürften alsbald bei einem Topklub in England, Spanien oder Deutschland spielen. Oft brotlos, aber bisweilen spielentscheidend sind die Tricks von Zauberfuß Ricardo Quaresma. Kurzum: Trainer Julen Lopetegui hat ein starkes Team beisammen, das der oft aufgerückten Bayern-Defensive mit seinen starken Kontern durchaus gefährlich werden kann.

Prognose: Die Bayern gehen als klarer Favorit in diesen Vergleich. Zudem genießen sie den Vorteil, das Rückspiel vor heimischem Publikum auszutragen. München kommt zu 85 Prozent weiter. Damit werden VIP-Karten für das Finale im Berliner Olympiastadion für deutsche Zuschauer immer interessanter.

FC Barcelona – Paris St. Germain (15./21. April)

Die alte Macht in Europa (CL-Sieger 2006, 2009, 2011) mit dem „Dreizack“ Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar bekommt es mit den aufstrebenden Parisern um Superstar Zlatan Ibrahimovic zu tun. Auffällig ist die Vielzahl an Gemeinsamkeiten: Beide Klubs streben in ihren nationalen Ligen dem nächsten Titelgewinn entgegen, beide leisten sich eine Star-Besetzung vom Allerfeinsten, und beide werden großzügig von der katarischen Investorengruppe QSI subventioniert.

Nicht wenige hätten in diesem Duell eine würdige Halbfinal-Paarung gesehen, wenn nicht gar ein Endspiel. Bereits der Vergleich in der Gruppenphase (2:3, 3:1 aus Barca-Sicht) war äußerst eng. Der Respekt von Barcelona-Trainer Luis Enrique ist entsprechend groß: „Sie sind sehr gefährlich. Spätestens seit sie im Achtelfinale Chelsea ausgeschaltet haben, weiß jeder, dass sie ein ernsthafter Anwärter auf den Titel sind.“

Prognose: Barcelona hat 17 seiner letzten 18 Pflichtspiele gewonnen, ist derzeit das formstärkste Team in ganz Europa. Barcelona ist unglaublich erfahren in engen Duellen. Barcelona besitzt einen noch besseren Kader als PSG. Und Barcelona hat den Vorteil des Rückspiels im eigenen Stadion. Zusammengenommen klingt das sehr deutlich, doch Paris dürfte das Duell recht offen gestalten können. Barcelona kommt zu 60 Prozent weiter.

Real Madrid – Atlético Madrid (14./22. April)

Neuauflage des Vorjahresfinals, Duell um die Herrschaft in Spaniens Hauptstadt, und und und. Der Vegleich zwischen den Erzrivalen Real und Atlético Madrid bietet mühelos Stoff für ein Dutzend guter Geschichten.

Real und Atlético kennen sich in- und auswendig: In dieser Saison bilden die Viertelfinalspiele in der Champions League bereits das siebte und achte Aufeinandertreffen, nachdem beide Teams bereits je zweimal im Supercup, im spanischen Pokal und in der Liga die Klingen kreuzten. Überraschungen wird es da kaum geben.

Überraschend ist schon eher die Bilanz in dieser Saison: Das „kleine“ Atlético, im Vorjahr bereits sensationell spanischer Meister, gewann vier der sechs Aufeinandertreffen (zwei Remis). Reals Sportdirektor Emilio Butragueno betreibt daher kein Understatement, wenn er sagt: „Sie sind sehr detailversessen und münzen auf dem Platz alles in ihren Vorteil um. Wir sind gewarnt.“ Allerdings fügte der frühere Weltklassestürmer auch hinzu: „Wir sind Real Madrid. Unser Ziel kann nur lauten, sie zu schlagen.“

Das muss Real wohl auch, ansonsten droht nach dem frühen Pokalaus und bereits vier Punkten Rückstand auf den FC Barcelona in der Liga eine Saison ohne Titel. Trainer Carlo Ancelotti, der den Königlichen im vergangenen Mai noch die lang ersehnte „Decima“ bescherte, wäre bei einem Aus gegen die brandgefährliche und taktisch perfekt strukturierte Mannschaft um Mario Mandzukic, Antoine Griezmann, Koke und Arda Turan wohl nicht mehr zu halten.

Wie so oft müssen es bei den „Galaktischen“ die Stars richten. Cristiano Ronaldo steckt seit seiner Wahl zum Weltfußballer im Januar allerdings ebenso in einem kleinen Tief wie Gareth Bale oder der zuletzt etwas müde wirkende deutsche Weltmeister Toni Kroos.

Prognose: Real spielt im Rückspiel vor eigenem Publikum. Das scheint im Moment das einzige Pfund zu sein, mit dem die Königlichen wuchern können. Der Rekordsieger wankt und droht das Finale in Berlin zu verpassen. Allerdings besitzt kaum eine Mannschaft auf der Welt einen größeren Fokus auf die wichtigen Spiele. Deswegen lautet die Prognose 50:50.

Juventus Turin – AS Monaco (14./22. April)

Zweimal im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund gewonnen, nun das vermeintlich leichteste Los erwischt: Für Juventus Turin scheint der erste Halbfinaleinzug in der Champions League seit der Saison 2002/03 zum Greifen nah.

Die 31. italienische Meisterschaft ist angesichts von 14 Punkten Vorsprung auf AS Rom so gut wie sicher, der Fokus liegt auf den Monegassen. Die sind in Frankreich aber gerade das Team der Stunde. Trotz des Verlusts der Top-Stars James Rodriguez (Real Madrid) und Falcao (Manchester United) gewannen die Monegassen vier der letzten fünf Ligaspiele. Zudem gelang es ihnen, im Achtelfinale den FC Arsenal mit den deutschen Weltmeistern Mesut Özil und Per Mertesacker auszuschalten.

Entsprechend groß ist der Respekt von Juventus-Generaldirektor Pavel Nedved, der 2003 als Aktiver mit Juve letztmals in einem Champions-League-Finale stand: „Man kommt nicht allein mit Glück ins Viertelfinale. Monaco ist auswärts noch stärker als zuhause, wir sind gewarnt.“

Prognose: Spielgestalter Andrea Pirlo wird nach seiner Verletzung bei Juve zurückerwartet. Das macht die routinierten und taktisch perfekten Italiener noch gefährlicher. Eine gute Ausgangsposition in Monaco vorausgesetzt, werden die Bianconeri im Rückspiel im Juventus Stadium den Halbfinaleinzug perfekt machen. Tipp: Juve kommt zu 75 Prozent weiter.

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