«

»

Mai
26

Rekordtransfer David Luiz: PSG zeigt UEFA den Mittelfinger

Rund 60 Millionen Euro zahlt Frankreichs Fußballmeister Paris St. Germain dem FC Chelsea für David Luiz – Transferrekord für einen Verteidiger. Halb so wild, könnte man eigentlich meinen. Dank Katar-Millionen hat PSG schließlich das nötige Kleingeld. Wäre da nicht ein UEFA-Urteil aus der Vorwoche.

Warum kauft Paris St. Germain David Luiz für eine Rekordsumme? Weil der Verein es kann. Auf dem Weg zum Champions-League-Sieg am Reißbrett scheut die katarische Investorengruppe QSI, die im Verein das Sagen hat, keine Mühen und vereint in Thiago Silva und David Luiz zwei der besten Innenverteidiger der Welt. Sie kennen sich aus der brasilianischen Nationalmannschaft aus dem Eff-Eff werden als Duo die Startruppe aus der französischen Hauptstadt weiter verstärken.

Doch waren 60 Millionen für Luiz nötig (manche behaupten gar, es seien 80 Millionen geflossen)? Natürlich nicht! Der Brasilianer kostete PSG in etwa doppelt so viel wie sein aktueller Marktwert beträgt. Und in dem Wissen, dass Luiz und Chelsea-Trainer José Mourinho einander nicht gerade in Herzlichkeit verbunden sind, wären wohl bereits 40 Millionen Euro ein unsachgemäß hoher Preis gewesen.

Die katarische Art, „Du kannst mich mal“ zu sagen

PSG zahlt diese Summe aber gerne. Weil sie ein Statement in Richtung des europäischen Fußballverbandes (UEFA) ist, die den Verein erst Mitte Mai wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play (Kurzform: Klubs dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen) sanktioniert hatte. 50 Millionen Euro betrug die Strafe für Paris. Weiterhin darf das Team für die kommende Champions-League-Saison nur 21 statt der üblichen 25 Spieler melden.

PSG reagiert darauf wie ein Verein, für den Geld keine Rolle spielt, sondern allein der Erfolg zählt: Mit dem Transfer von David Luiz ist die Pariser Klubführung bildlich gesprochen ins Büro von UEFA-Präsident Michel Platini spaziert, hat sich auf dem Schreibtisch des Franzosen erleichtert und ihm dabei mit einem selbstzufriedenen Grinsen den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt. Getreu dem Motto: Wenn du uns sanktionierst, dann schlagen wir halt doppelt zurück.

Paris bewegt sich mit Blick auf Regelwerk damit auf einem schmalen Grad. Der Verein hat im Klassenbuch der UEFA bereits einen Eintrag. Stimmen die Zahlen am Ende der kommenden Saison nicht, kann der europäische Verband das Team für ein Jahr aus der Champions League aussperren. Das würde die Katari schwer treffen – denn in die Königsklasse, die PSG in den nächsten Jahren gewinnen will und soll, kann man sich nicht einkaufen. Doch man darf sicher sein, dass der Pariser Klubboss Nasser Al-Khelaifi schon Mittel und Wege finden wird, die UEFA weiterhin an der Nase herumzuführen.

1 Kommentar

Derzeit kein Ping

  1. h.chinaski sagt:

    Ich für meinen Teil wäre nicht wenig erstaunt, wenn die UEFA hier mit zweierlei Maß messen würde. Oder anders: für die Herren aus Katar wird das Regelwerk mit ziemlicher Sicherheit umgestrickt bzw. uminterpretiert werden. Eine Sperre für PSG wird es mit ziemlich (trauriger) Sicherheit nicht geben. Um ein Bild zu nutzen: so viel Eier hat die UEFA nicht.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*