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Jan
18

Bayern bis Schalke: Die Bundesliga im Formcheck (1)

Sämtliche Trainingslager sind beendet, fast alle Vorbereitungsspiele absolviert – für die 18 Vereine der 1. Fußball-Bundesliga rückt der Start in die Rückrunde immer näher. Welcher Klub hat personell gut nachgelegt, welcher Verein ist in Topform? Hier sind die Prognosen zum Start in die Rückrunde.

Bayern München (Platz 1, 46 Punkte)

Kommt es zum Pep-Effekt? Nach der Bekanntgabe des Abschieds von Star-Trainer Pep Guardiola und der 1:2-Niederlage im einzigen Test beim Zweitligisten Karlsruher SC unkten die ersten schon, der Tabellenführer könnte auf dem Weg zum historischen vierten Titel in Folge schwächeln. Realistisch ist das allerdings nicht. Die Bayern sind hungrig wie eh und je, lange verletzte Leistungsträger wie Arjen Robben oder David Alaba werden bald wieder in Top-Form sein. Bleibt der FCB von großen Personalorgen verschont, wird die Meisterschaft erneut frühzeitig eingefahren. Die Konzentration wird sich wohl spätestens ab April auf DFB-Pokal und Champions League richten.

Prognose: Meister

Borussia Dortmund (Platz 2, 38 Punkte)

Acht Punkte hinter Tabellenführer Bayern, sechs vor dem Überraschungsdritten Hertha – im ersten Halbjahr nach Jürgen Klopp hat sich der BVB gemäß seiner nominellen Stärke wieder als Nummer zwei in Deutschland positioniert. Die Spieler loben die Weiterentwicklung unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel, der das Spiel mehr Richtung Ballkontrolle verändert hat. Der gegenüber der Hinrunde identische Kader hat die Klasse, vielleicht sogar ein wenig Druck auf die Bayern auszuüben – nicht zuletzt, weil viele Spieler zur EM wollen oder sich für einen Transfer zu einem internationalen Top-Klub (Aubameyang, Hummels, Gündogan?) empfehlen möchten. Nach oben geht aber nichts mehr.

Prognose: Platz 2.

Hertha BSC (Platz 3, 32 Punkte)

Unter Trainer Pal Dardai hat die Hertha eine unerwartet starke Hinrunde gespielt. Der Ungar hat seine Mannschaft taktisch stets dem Profil des Gegners angepasst und mit „ekligem“ Fußball einen Fast-Absteiger zu einem Europapokal-Anwärter gemacht. Die holprige Rückrundenvorbereitung, in der es unter anderem eine 1:4-Niederlage gegen den VfL Bochum setzte, lässt aber erahnen, dass die zweite Saisonhälfte schwieriger wird – zumal die meisten Herthaner nah am Limit gespielt haben und viele gegnerische Trainer in der Pause Ideen ausgetüftelt haben dürften, wie man den Berlinern beikommen kann. Platz drei zu halten, wird sehr schwer, zumal nominell stärkere Teams von unten drängen.

Prognose: Platz 5 bis 9.

Borussia Mönchengladbach (Platz 4, 29 Punkte)

Nach einer Hinrunde im Achterbahn-Modus geht Gladbach vom guten vierten Platz in die zweite Saisonhälfte. Die an guten Tagen mindestens drittbeste Offensivabteilung der Bundesliga muss allerdings ihre defensiven Lücken, die sich im Spätherbst unter Trainer André Schubert eingeschlichen haben, dringend schließen. Die Rückkehr von Kapitän Martin Stranzl nach langer Verletzungspause und die Verpflichtung des Österreichers Martin Hinteregger sollen Abhilfe schaffen. In der Offensive gibt Flügelspieler Jonas Hofmann (kam vom BVB) dem Erstliga-Novizen Schubert noch mehr Optionen. Die Generalprobe gegen den VfL Bochum (2:5) wurde zwar deutlich verpatzt, aber mit Gladbach ist ohne „Mehrfachbelastung“ im Europapokal und DFB-Pokal zu rechnen.

Prognose: Platz 3 bis 5.

Bayer Leverkusen (Platz 5, 27 Punkte)

Kein Zweifel, ohne 11-Tore-Mann Javier „Chicharito“ Hernandez würde Bayer Leverkusen in einer tiefen Krise stecken und Trainer Roger Schmidt wäre nach einer Hinrunde voller Tiefschläge womöglich entlassen. Dank des Königstransfers von Manchester United aber beendete Bayer eine dürftige Halbserie zumindest auf Rang fünf. Ein Ruhekissen ist dies aber nicht: Der angestrebte dritte Platz ist fünf Punkte weg, bis zu Rang neun sind es dagegen nur drei Zähler. Ein missglückter Start, und Sportdirektor Rudi Völler wird erneut gebetsmühlenartig sein Vertrauen in Schmidt und die Mannschaft beschwören müssen. Hochveranlagte Kräfte wie Hakan Calhanoglu oder Karim Bellarabi müssen sich deutlich steigern, nur dann geht mehr als die Europa League.

Prognose: Platz 4 bis 7.

FC Schalke 04 (Platz 6, 27 Punkte)

Ein berauschender Spätsommer, ein ernüchternder Herbst – auch unter dem neuen Trainer André Breitenreiter ist Schalke 04 eine launische Diva geblieben. Die permanenten Diskussionen um den feststehenden Abgang von Sportvorstand Horst Heldt zum Saisonende fressen ebenso Ressourcen auf wie die nicht abreißenden Gerüchte um einen Mega-Transfer von Talent Leroy Sané für 50 Millionen bis eine Fantastilliarden nach Spanien oder England. Und wenn an einer Stelle eine Baustelle geschlossen wird (Vertragsauflösung mit Kevin-Prince Boateng), tut sich anderswo eine auf (Muskelverletzung bei Kapitän Benedikt Höwedes). Passend dazu verliefen die Tests: Einem 2:0 gegen Fort Lauderdale im Trainingslager in Florida folgte ein 0:3 gegen Atletico Mineiro. Schalke wäre nicht Schalke, wenn die Rückrunde nicht auch einer Achterbahn gleichen würde.

Prognose: Platz 5 bis 8.

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