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Aug
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Saisonvorschau 2. Bundesliga: Operation Felge 2012/13 (2)

Morgen startet die Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Absteiger Berlin, Köln und Kaiserslautern gelten als Favoriten auf den Aufstieg. Doch es gibt noch einige Mitfavoriten. Im Teil 2 der Saisonvorschau geht es um 1860 München, St. Pauli und den einen oder anderen Überraschungskandidaten.

1860 München – Ende der Serie?

Die Münchner Löwen gehen in ihre neunte Zweitliga-Saison in Folge. Kein aktueller Zweitligist hat es länger im Unterhaus ausgehalten. Ab der Saison 2013/14 soll es jedoch endlich wieder Bundesliga-Derbys gegen den FC Bayern geben. Alles andere dürfte auch die Geduld von Investor Hasan Ismaik auf eine harte Probe stellen. Im Klartext: Soll weiter Geld aus Jordanien fließen, muss 1860 in dieser Saison aufsteigen.

Der Verein hat im Sommer ausgemistet und viele Reservisten „entsorgt“. Einzig der Abgang von Sturmtalent Kevin Volland (20, 13 Tore und 11 Vorlagen in 2011/12) nach Hoffenheim schmerzt. Dafür hat man mit Mittelfeldspieler Grigoris Makos (25) einen griechischen EM-Teilnehmer geholt. Die Abwehr wird durch den polnischen Nationalspieler Grzegorz Wojtkowiak (28) und St. Paulis Moritz Volz (29) verstärkt. Die Offensive bereichern Moritz Stoppelkamp (25, kam aus Hannover), der torgefährliche kroatische Außenstürmer Marin Tomasov (24) und der argentinische Stürmer Ismael Blanco (29), immerhin zweimaliger Torschützenkönig der griechischen Liga.

Das Gerüst bilden die „Ur-Löwen“ Daniel Bierofka (33) und Benjamin Lauth (30). Im Tor steht der „ewige“ Gabor Kiraly (36). Nicht auszudenken, welche Mannschaft der TSV 1860 stellen würde, wenn man sich in der Vergangenheit nicht immer aus finanziellen Gründen von seinen Top-Talenten, wie den Bender-Zwillingen, Peniel Mlapa, Fabian Johnson oder Marcel Schäfer hätte trennen müssen.

Mit der aktuellen Truppe sollte 1860 mehr erreichen können als den sechsten Rang aus dem Vorjahr. Die „Löwen“ werden ein gehöriges Wort um den Aufstieg mitreden.

St. Pauli – Raus. Rein. Rauf?

Im Schatten des Relegationschaos zwischen Berlin und Düsseldorf spielte sich im Mai auf dem Kiez eine echte Posse ab: Erst war Trainer André Schubert (41) nach dem letzten Spieltag entlassen worden. Wenige Tage später durfte er doch weitermachen. Dafür musste Manager Helmut Schulte, der schon mit Marco Kurz als Schubert-Nachfolger klar war, seinen Hut nehmen. Neuer Manager ist Rachid Azzouzi (42), der sich lieber das Chaos beim Zweitligisten antut, als bei Erstliga-Aufsteiger Fürth sein ruhiges Leben weiterzuführen.

Die beiden starken Männer haben den Kader umgebaut und sich von einigen langjährigen Kiez-Kickern, wie Charles Takyi, Dennis Naki, Fabio Morena, Carsten Rothenbach und Rouwen Hennings getrennt. Der letztjährige Top-Scorer Max Kruse (24, 13 Tore in 2011/12) ist für 750.000 Euro in die Erste Liga nach Freiburg gewechselt.

Dafür hat sich André Schubert die Dienste von zwei früheren Schützlingen beim SC Paderborn gesichert: Die Innenverteidiger Sören Gonther (25) und Florian Mohr (27) haben in der vergangenen Spielzeit die Abwehr beim Fast-Aufsteiger zusammengehalten und sollen das auch auf St. Pauli tun. Im Sturm setzen die Hamburger auf die Jugend: Lennart Thy (20) und Daniel Ginczek (21) konnten sich in Bremen bzw. Dortmund gegen übermächtige Konkurrenz nicht durchsetzen und nehmen eine Klasse tiefer einen neuen Anlauf. Aus Dortmund stößt auch Mittelfeldspieler Florian Kringe (29) zum Team.

Der FC St. Pauli kommt 2012/13 ohne echte Stars daher. Auf den Zettel haben sollte man die junge Mannschaft mit nur drei Ü30-Akteuren um „Mister Zweite Liga“ Marius Ebbers (34, 98 Treffer im Unterhaus) aber dennoch. Ein Kandidat für das obere Tabellendrittel sind die Hamburger auf jeden Fall. Aufsteigen könnte dagegen problematisch werden. Mindestens vier Mannschaften machen auf dem Papier einen stärkeren Eindruck.

Die Außenseiter

Jedes Jahr stößt in der zweiten Liga mindestens ein „Kleiner“ in die Spitzengruppe vor. Diese Saison kommen dafür gleich mehrere Mannschaften in Frage:

FC Ingolstadt: Hauptsponsor Audi hat sich auch dieses Jahr nicht lumpen lassen. Nach nur zwei Niederlagen in der vergangenen Rückrunde will man 2012/13 mit Macht in die obere Tabellenhälfte. Schaffen sollen das vorwiegend gescheiterte oder gealterte Erstligaprofis, deren Klasse für die Zweite Liga ausreichen möge. Beim FCI gesellen sich in diesem Jahr Ex-Zweitliga-Torschützenkönig Christian Eigler (28) und Andé Mijatovoic (32) zu Marino Biliskov (36), Andras Görlitz (30), Marvin Matip (26) & Co. Nominell gibt es definitiv schlechter besetzte Mannschaften in der Liga. Aber ob das für oben reicht? Und noch viel wichtiger: Will man Ingolstadt überhaupt in der Ersten Liga?!?

Eintracht Braunschweig: Die vergangene Saison war bereits sensationell gut. Als Aufsteiger hatten die Niedersachsen zu keiner Zeit etwas mit dem Abstieg zu tun. Die Mannschaft hat sich kaum verändert, „Stars“ und Schlüsselspieler in der Offensive bleiben der Ex-Freiburger Dennis Kruppke (32), der Ex-Lauterer Dominik Kumbela (28) und der Ex-Mainzer Damir Vrancic (26). Die Mannschaft hat in der Vorsaison vor allem defensiv überzeugt, nur 35 Gegentore zugelassen. Bleibt das so, ist wieder ein einstelliger Platz drin.

Union Berlin: Die „Eisernen“ haben 2011/12 mit begrenzten finanziellen Mitteln für Aufsehen gesorgt. Einzig nennenswerter Abgang ist Stürmer Chinedu Ede, dessen Wechsel nach Mainz immerhin eine knappe Million einbringt. Gespannt sein darf man auf die Entwicklung von Christopher Quirung. Der 21-jährige Rechtsaußen spielte zuletzt eine starke Saison und steht bei mehreren Bundesligisten auf dem Zettel. Generell kommt Union aber über die Mannschaft. Und die hat letztes Jahr überzeugt.

VfL Bochum & MSV Duisburg: Auf die beiden langjährigen Erstligisten sollte man immer ein Auge haben – obwohl oder gerade weil die Plätze 10 bzw. 11 inklusive monatelanger Abstiegsgefahr niemanden im Pott zufriedenstellen konnten. Immerhin haben sich beide Vereine recht prominent verstärkt. Der MSV hat keine nennenswerten Abgänge zu verzeichnen, kann sich aber über die Rückkehr von Julian Koch (21/Dortmund) und die Verpflichtung des Düsseldorfer Aufstiegstorschützen Ranisav Jovanovic (31) freuen. Der VfL hat Takashi Inui für 1,2 Millionen Euro nach Frankfurt und U21-Nationalspieler Kevin Vogt für 600.000 Euro nach Augsburg verkauft. Neu ist u.a. Oldie Alexander Iashvili (34), der trotz des Abstiegs mit dem KSC in der Vorsaison auf gute 15 Scorer-Punkte kam. Eigengewächs Leon Goretzka (17) hat bei der U17-EM im Mai überzeugt und hat gerade erst die Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten deutschen Spieler seines Jahrgangs erhalten.

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