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Mai
22

Schaaf wird Frankfurt-Trainer – Mut zum Risiko

Vor ziemlich genau einem Jahr hat sich Thomas Schaaf als Trainer von Werder Bremen zurückgezogen und in der Öffentlichkeit überaus rar gemacht. Nun kehrt er als Coach der Frankfurter Eintracht zurück. Das verspricht interessant zu werden. Chancen und Risiken halten sich bei dieser Konstellation die Waage.

Di Matteo, Schuster, Fink – als Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender in den vergangenen Wochen gebetsmühlenartig versprach, man arbeite bei der Nachfolge des abwandernden Trainers Armin Veh an einer „großen Lösung“, wurde der Name Thomas Schaaf nicht in vorderster Reihe genannt.

Seltsam eigentlich, war der frühere Meistertrainer von Werder Bremen nach seinem Abschied im Mai 2013 nach 14 weitgehend erfolgreichen Jahren doch lange der erste gehandelte Kandidat, wenn in der Bundesliga irgendwo ein Stuhl wackelte.

Diesen Status hat Schaaf allerdings kürzlich verloren, seit ein gewisser Thomas Tuchel seine Tätigkeit beim FSV Mainz 05 an den Nagel gehängt hatte und damit den drögen Norddeutschen als heißesten „Free Agent“ auf dem Trainermarkt verdrängte.

Schaaf musste genau jetzt einsteigen

Das Trainergeschäft ist kurzlebig. Wer einmal vom Karussell runterfällt, gerät schnell in Vergessenheit. Heißt man nicht Pep Guardiola, sind bereits sechs Monate ohne Job eigentlich zu viel. Schaaf war bereits ein Jahr lang raus. Im Grunde musste ihm klar sein: Entweder steige ich zur Saison 2014/15 wieder irgendwo ein, oder ich werde vergessen und gehe in Frührente.

Der 53-Jährige hat sich für die Rückkehr in die Tretmühle Bundesliga entschieden. Nach elf erfolgreichen Jahren mit einer Meisterschaft, drei Pokalsiegen und sechs Teilnahmen an der Champions League hatte sein Ruf zwar durch den sportlichen Niedergang in seinen letzten drei Spielzeiten leichte Kratzer erhalten, doch die Marke Schaaf steht immer noch für erfolgreichen, attraktiven Fußball.

Wie einst Otto Rehhagel

Diesen attraktiven Fußball hat Thomas Schaaf bislang lediglich in Bremen spielen lassen – kein Wunder, war Werder von 1999 bis 2013 doch seine erste und bislang einzige Station als Cheftrainer. Wie Otto Rehhagel (1981-1995 bei Bremen), Winfried Schäfer (1986 bis 1998 beim Karlsruher SC) oder Volker Finke (1991 bis 2007 beim SC Freiburg) muss aber auch Schaaf nun bei seiner ersten Station fernab des gewohnten Umfelds zeigen, dass er erfolgreich arbeiten kann.

Rehhagel ist dies gelungen – mit Abstrichen selbst beim FC Bayern, den er 1995/96 immerhin ins UEFA-Cup-Finale geführt hatte, ehe er nach neun Monaten geschasst wurde. Finke und vor allem Schäfer aber konnten in der Folge nicht mehr an ihre Glanzzeiten anknüpfen. Diesen Spagat zwischen Chance und Risiko wagt nun auch Schaaf.

Spielstil muss überholt werden

Dabei wird Schaaf sich in einem neuen, unruhigeren Umfeld zurechtfinden müssen. Zwar ist die Eintracht unter der Führung von Bruchhagen und von Sportdirektor Bruno Hübner längst nicht mehr so hektisch wie noch in den divenhaft-chaotischen 1990er Jahren, doch im Vergleich zu Bremen wird Schaafs Kredit bei Fans und Medien deutlich geringer sein.

Was der 53-Jährige daher mindestens genauso dringend wie jeder andere Trainer braucht, ist Erfolg. Ohne abwandernde Leistungsträger wie Sebastian Rode oder Pirmin Schwegler wird der nicht einfach zu erreichen sein, doch das wird Schaaf kaum mildernde Umstände verschaffen. Mit seinem bedingungslosen Offensivfußball ist er in Bremen in seinen letzten Jahren nicht mehr weitergekommen. Neben der Klasse der Spieler fehlte es auch an der taktischen Balance. Letzte ist zu 100 Prozent Schaafs Aufgabenbereich gewesen.

In Frankfurt erklärte man zwar, sich unter dem 53-Jährogen auf offensivfreudigen Fußball zu freuen, doch eine Gegentorflut wie in seinen letzten drei Bremer Jahren (insgesamt 185 Gegentore in der Liga) wird in Frankfurt niemand sehen wollen. Schaaf muss sich also neu erfinden – als Mensch in einem neuen Umfeld und als Trainer mit einer Philosophie, die den Qualitäten seiner Mannschaft angepasst ist.

1 Kommentar

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  1. marco sagt:

    Gott sei dank!!!!!
    Tom Bartel moderiert morgen nicht Deutschlang gegen Portugal!!!!
    Er soll wieder Skispringen kommentieren aber bitte keine Deutschen Fußballspiele!!!!!!!!
    Echt der geht gar nicht!!!!!
    Hoffe ihr gebt mir recht.

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