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Mrz
13

Schalke 07: Schicht im Schacht für Tedesco

Nach der 0:7-Demütigung bei Manchester City kann es bei Schalke 04 kein „Weiter so“ mehr geben. Die Zeit von Trainer Domenico Tedesco ist abgelaufen. Auch für den neuen Sportchef Jochen Schneider verlief der Start bei den Königsblauen alles andere als ideal.

Die beste Leistung bei Schalke 04 bot am Dienstagabend noch die Social-Media-Abteilung. „Reicht dann…“ las man auf dem Twitter-Account der Königsblauen nach 57 Minuten im Champions-League-Achtelfinalrückspiel bei Manchester City. Raheem Sterling hatte da gerade das 4:0 für den englischen Meister erzielt.

Allein: In Manchester scheint diesen Tweet niemand gelesen zu haben. Drei weitere Male klingelte es noch im Schalker Tor bis zum Schlusspfiff. Kein Wunder angesichts der offensiv harmlosen und defensiv wehrlosen Vorstellung des deutschen Vizemeisters (!), der sich an diesem Abend gleich zweimal negativ in die Geschichtsbücher eintrug: So hoch hatten die Gelsenkirchener im Europapokal noch nie verloren, so hoch hatte noch nie eine deutsche Mannschaft in der Champions League verloren. „Für diese 90 Minuten kann man sich nur entschuldigen“, twitterte S04 nach dem Ende der Demontage. Mehr gab es nicht zu sagen.

Tedescos Ende auf Schalke ist besiegelt

Für die Zukunft ist nun klar: Mit Trainer Domenico Tedesco kann und wird es nicht weitergehen. Der 33-Jährige, der nach einer rauschhaften Debütsaison beim Chaosklub gefühlt den Status des nächsten logischen Bundestrainers innehatte, wurde im zweiten Jahr regelrecht entzaubert.

Zwar hatte er die fehlerhafte Kaderplanung auszubaden, die ihm der mittlerweile abgesetzte Sportvorstand Christian Heidel eingebrockt hat. Doch auch Tedesco selbst machte reichlich Fehler. Angefangen bei der Demontage der drei größten Schalker Identifikationsfiguren Benedikt Höwedes, Naldo und Ralf Fährmann binnen 18 Monaten. Sein expliziter Wunschspieler Sebastian Rudy wurde zum 17-Millionen-Flop, der Ex-Münchner konnte den zum FC Bayern abgewanderten Leon Goretzka nicht im Ansatz ersetzen. Zudem hat Tedesco längst die Kontrolle über die in viele Gruppen zersplitterte Mannschaft verloren. Last but not least versandeten seine taktischen Ideen immer wieder. Was in der Vorsaison noch klappte, wird mittlerweile vom gegnerischen Trainer durchschaut – oder von den eigenen Spielern erst gar nicht verstanden.

Ihm jetzt noch das schwere Bundesliga-Heimspiel gegen Champions-League-Anwärter RB Leipzig als ultimative Chance zu gewähren, käme seit Dienstag dem Abschenken der drei Punkte gleich. Schalke kann von Glück sagen, dass die drei Teams auf den Abstiegsrängen selbst kaum etwas für ihr Punktekonto tun…

Heidel-Nachfolger Schneider mit Fehlstart

Dass Tedesco in Manchester überhaupt noch auf der Bank saß, hatte er dem eigenwilligen Kurs des neuen Sportvorstands Jochen Schneider zu verdanken. Der Heidel-Nachfolger ließ sich durch passable 50 Minuten bei der 2:4-Niederlage in der Bundesliga bei Werder Bremen einlullen. Schneider glaubte, nach der Sturzfahrt ins Bodenlose in den Wochen zuvor einen Aufwärtstrend gesehen zu haben, der sich nun fortsetzen ließe. Es war allerdings wohl nicht mehr als ein letztes Zucken.

Gegen ein gleichwohl hochkarätig besetztes und eingestelltes Manchester City war Schalke jedenfalls nur ein bemitleidenswertes Opfer – Tedesco inklusive. Der Kopf des Trainers wird wohl spätestens am Donnerstag rollen. Als wahrscheinlich gilt eine Interimslösung mit „Euro-Fighter“ Mike Büskens, der schon zweimal durchaus erfolgreich als Feuerwehrmann bei seinem Herzensklub eingesprungen war.

Neunmal geht es in der Liga für Schalke nun ums nackte Überleben. Ein Neustart im Sommer ist so oder so unabdingbar – und der Druck auf Schneider gleich gigantisch.

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