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Mai
17

So hat der BVB (wahrscheinlich) die Meisterschaft verschenkt

Vor dem letzten Spieltag hat Borussia Dortmund nur noch eine kleine Chance auf den Titel. Dabei könnte der BVB längst Meister sein.

Vor ein paar Wochen haben wir uns noch die Frage gestellt, ob Borussia Dortmund auf dem Weg ist, eine absolute Traumsaison wegzuwerfen. Anfang Februar bestand noch die theoretische Chance auf drei Titel. Nun, kurz vor Ende der Saison, scheint festzustehen, dass der BVB wieder einmal ohne „Silverware“ dasteht. Nur ein Sieg am letzten Spieltag bei Borussia Mönchengladbach bei einer gleichzeitigen Heimpleite von Bayern München gegen Eintracht Frankfurt würde Dortmund noch die Schale bringen.

Doch wie konnte das passieren? Der BVB war DAS Team der Hinrunde und wirkte äußerst stabil. Die Auftritte in der Rückrunde hingegen waren oft nur noch ein Schatten davon. Doch auch wenn man nun ohne Titel aus der Saison hervorgehen sollte, war diese Spielzeit alles andere als eine Enttäuschung. Wir schauen auf die Saison 2018/19 der Borussia.

Auftakt nach Maß

Das hätten wohl die größten Optimisten nicht für möglich gehalten: Der BVB überzeugte vom Start weg mit großartigen Auftritten in der Bundesliga. Nach einer verkorksten letzten Saison, in der man sich mit Ach und Krach noch in die Champions League retten konnte, stand im Sommer ein großer Umbruch an. Lucien Favre ersetzte Peter Stöger an der Seitenlinie, und auch der Kader wurde ordentlich umgekrempelt.

Unter anderem mussten Publikumslieblinge wie Sokratis, Nuri Sahin und Gonzalo Castro den Verein verlassen. Eingekauft wurden unter anderem Abdou Diallo aus Mainz oder Axel Witsel aus China. Auch im Sturm verstärkten die Verantwortlichen den Kader mit Paco Alcacer, der vom FC Barcelona zunächst ausgeliehen und nach starken Leistungen gleich fix verpflichtet wurde.

Somit präsentierte sich die Mannschaft mit einer neuen Innenverteidigung, einem neuen Mittelfeld sowie einem neuen treffsicheren Stürmer. Mit dem 4:1 zum Auftakt gegen RB Leipzig setzte sich der BVB direkt an die Spitze. Schon am ersten Spieltag war also von der Südtribüne wieder der Schlachtruf: „Wer wird deutscher Meister? BVB Borussia!“ zu hören.

 

 
 
 
 
 
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Bienvenue, Lucien #Favre! Der Schweizer wird neuer Trainer beim #BVB und erhält bei #BorussiaDortmund einen Vertrag bis 2020!

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Fast perfekt zur Herbstmeisterschaft

Wie für Dortmund üblich, versuchten die Verantwortlichen um Michael Zorc und Aki Watzke die Erwartungshaltung niedrig zu halten. Doch die Mannschaft von Lucien Favre marschierte nur so durch die Liga und blieb bis zum 16. Spieltag ohne Niederlage. In der Offensive überragten der junge Jadon Sancho, Paco Alcacer und Marco Reus. Unter seinem ehemaligen Trainer blühte der neue Kapitän Reus wahrhaftig auf und spielte einer seiner besten Hinrunden für den BVB. Für die defensive Stabilität sorgte das neuformierte Mittelfeld aus Thomas Delaney sowie Witsel, und in der Verteidigung stieg Manuel Akanji zum Abwehrchef auf. Alles lief nach Plan.


Turbulenzen im neuen Jahr

Während der BVB nur so durch die Liga marschierte, verlief die Hinrunde für den FC Bayern München eher schlecht als recht. Durchwachsene sportliche Leistungen und diverse Störfeuer neben dem Platz beeinflussten die Leistungen des Meisters der letzten sechs Jahre. Doch trotz der sechs Punkte Rückstand flogen in der Winterpause die ersten Kampfansagen aus München in Richtung Ruhrpott – und diese verfehlten ihre Wirkung nicht.

Die ersten beiden Spiele im neuen Jahr konnten zwar noch knapp gewonnen werden, doch darauf folgten für den BVB drei Unentschieden in der Liga, das Pokal-Aus gegen Bremen und in der Champions League eine bittere Klatsche gegen Tottenham Hotspur, die bei den Fussball Wetten mit einer Quote von 3,80 (Stand 10.05.) nun Außenseiter im Finale gegen den FC Liverpool sind. Innerhalb weniger Tage schrumpfte das Punktepolster der Borussen zusammen. Zur gleichen Zeit drehten die Bayern richtig auf und besserten mit Torfestivals gegen Gladbach, Wolfsburg oder Mainz ihr Torverhältnis auf.

Schlechte Auftritte in den entscheidenden Spielen

Die Niederlage des BVB am 24. Spieltag gegen Augsburg sorgte dafür, dass die Bayern gleichziehen konnten. Doch nach dem nächsten Torfestival zogen die Mannen von Niko Kovac davon und sicherten sich drei Spiele vor dem großen Aufeinandertreffen erstmals die Tabellenführung. Am 28. Spieltag war es dann soweit: das Spiel der Spiele stand an – und das noch in solch einer Konstellation. Bayern empfing die Borussia zum „Deutschen Klassiker“ als Tabellenführer.

Doch anstatt eines wahren Fights um die deutsche Meisterschaft, präsentierten sich die Borussen in erschreckender Form und bekamen kein Bein auf den Boden. Mit 5:0 fertigen die Bayern den BVB ab und demonstrierten ihren Willen, die siebte Meisterschaft in Folge zu sichern. Nur zwei Spieltage später stand dann Dortmunds letzte Chance an, doch noch in die Nähe des ersten Platzes zu kommen. Doch ausgerechnet gegen den verhassten Reviernachbarn FC Schalke gab es eine weitere bittere Niederlage. Vor heimischem Publikum schenkten die Knappen dem BVB mit ihrem „neuen“ Trainer Huub Stevens vier Tore ein. Zu allem Überfluss holten sich Marco Reus und Marius Wolf auch noch die Rote Karte ab. Nach diesem Spiel war auch die letzte Titelchance Geschichte.

Zuletzt kamen immer wieder Stimmen auf, dass die Mannschaft den letzten Willen habe vermissen lassen. Andersherum lässt sich auch behaupten, dass die Mannschaft in der Hinrunde an ihrem Maximum spielte. Obwohl man (wohl) ohne Titel blieb, lässt sich die erste Saison und Lucien Favre sicher als Erfolg einstufen – gerade in Hinblick auf die starken Leistungen der direkten Konkurrenz.

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