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Okt
10

So wie einst der S04 – Südafrikas Nationalmannschaft feiert zu früh

Nur weniges ist im Fußball so verlässlich wie die Tatsache, dass man sich auf nichts verlassen kann. In dem Glauben, durch das 0:0 gegen Sierra Leone aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber dem Niger die Qualifikation für den Africa Cup 2012 geschafft zu haben, ließ die südafrikanische Nationalmannschaft gestern die Korken knallen. Was soll man sagen? Die bessere Tordifferenz hatten die Südafrikaner tatsächlich – nur was diese nicht das Kriterium für das Weiterkommen.

Ohne jetzt allzu oberlehrerhaft sein zu wollen: Grundsätzlich ist es im Fußball immer hilfreich, nach Möglichkeit alle Spiele zu gewinnen (so wie die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Quali, olé olé). Denn so entgeht man definitiv allen Tücken des Reglements. Schafft man das mit der weißen Weste allerdings nicht, ist es dringend empfehlenswert, mal einen Blick ins Regelwerk zu werfen. Manchmal entscheidet bei Punktgleichheit nämlich die Tordifferenz über die bessere Platzierung, wie etwa in der Bundesliga und fast allen nationalen Ligen. Gerade bei internationalen Wettbewerben gibt jedoch der direkte Vergleich den Ausschlag, wie bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und eben beispielsweise auch bei der Qualifikation zum Africa Cup of Nations.

Letzteres wussten jedoch weder der südafrikanische Trainerstab, noch die südafrikanischen Nationaspieler, noch der südafrikanische Verbandspräsident, noch der übertragende südafrikanische TV-Sender. So kam es, dass sich gestern gegen 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit sowohl im südafrikanischen Nelspruit als auch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo Menschen in den Armen lagen – bis jemand die Sache aufklärte. Denn in der Tat hatte die südafrikanische Nationalmannschaft nach dem 0:0 gegen Sierra Leone mit Widersacher Niger nach Punkten gleichgezogen und auch das bessere Torverhältnis zu verzeichnen, nur hatte der WM-Gastgeber von 2010 den direkten Vergleich die Zentralafrikaner verloren.

Damit verpasst „Bafana Bafana“ bereits zum zweiten Mal in Serie die Endrunde. Immerhin hat Südafrika schon das Ticket für den übernächsten Africa Cup in der Tasche: Weil das eigentlich als Gastgeber vorgesehene Libyen in diesen Tagen – und wohl auch auf absehbare Zeit – andere Sorgen hat, hat der afrikanische Fußballverband (CAF) der Nation am Kap die Ausrichtung 2013 zugesprochen.

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