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Aug
08

Special Ones – Holger Fach

Die Sommerpause in der 1. Bundesliga ist lang. Zu lang. Noch nicht einmal das kicker-Sonderheft ist im Umlauf. Das gibt mir Gelegenheit, eine neue Serie ins Leben zu rufen, in der ich den etwas anderen Helden des Fußballs huldigen will. Den Anfang macht Kulturkenner und Frauenversteher Holger Fach.

Wenn man von den „Helden von 1990“ spricht, hätte man neben Ikonen wie Günther Herrmann, Hansi Pflügler oder Paul Steiner um ein Haar auch den Namen Holger Fach nennen müssen. Der damalige Akteur von Bayer Uerdingen hatte den Sprung auf den WM-Zug äußerst knapp verpasst.

Polyvalenz der Zerstörung

Der Schlacks (1,86 Meter, davon gefühlte 40 Zentimeter Hals) hätte aufgrund seiner Polyvalenz im Bereich der Spielzerstörung – egal ob in Abwehr oder Mittelfeld, Holger ist überall ein Fachmann – dem spielstarken Weltmeister-Kader eine kämpferische Note gegeben, für die ansonsten nur Jürgen Kohler stand. Sei’s drum.

So kam Holger Fach, der zwischen 1981 und 1998 für Düsseldorf, Uerdingen, Leverkusen, Gladbach, 1860 spielte (kurzum: die „Abteilung Flair“), gerade einmal auf fünf mickrige Länderspiele. Dafür absolvierte er sieben Spiele für die deutsche Olympiamannschaft, die 1988 in Seoul Bronze gewann. Seitdem hat sich kein deutsches Team mehr für die Spiele qualifizieren können. 1992 verhinderte Fach dagegen einen Triumph der eigenen Mannschaft: Im DFB-Pokalfinale verschoss er im Elfmeterschießen gegen Hannover und machte den damaligen Zweitligisten im Verbund mit 96-Keeper Jörg Sievers zum Pokalsieger.

Zwischenmenschliches, allzu Zwischenmenschliches

Seine größte Zeit hatte Holger Fach aber als Trainer. Zwar waren seine Engagements in Essen, Gladbach, Wolfsburg, Paderborn, Augsburg und Lokomotive Astana weder von sonderlich langer Dauer noch von nennenswertem Erfolg gezeichnet, dafür punktete Fach aber auf anderen Sektoren.

Eine Glanzstunde war die Verpflichtung des damals als Supertalent gehandelten Thomas Broich im Januar 2004. Der damalige Gladbach-Trainer Fach unternahm gemeinsam mit dem umworbenen Spielmacher und Sportdirektor Christian Hochstädter eine Stadtführung. Broich, bereits mit zarten 22 Jahren den schönen Künsten extrem zugeneigt, ließ denn auch fast folgerichtig die Frage fallen, wie es denn in und um Mönchengladbach um die Kultur bestellt sei. Holger Fachs pointierte Antwort: „Wieso, willst du f***en, oder was?!“ Broich unterschrieb übrigens anschließend in der Niederrhein-Metropole.

Auch im Zwiegespräch mit dem schönen Geschlecht scheint Holger Fach Qualitäten zu haben. So gelang es dem Womanizer im Jahr 2006 sogar, das Liebespaar Inka Grings und Linda Bresonik nach mehr als fünf Jahren zu spalten. Zunächst bandelte Fach mit der Duisburger Nationalstürmerin Grings an, ehe er zur Mittelfeldspielerin Bresonik überlief. In der Folge entbrannte zwischen den beiden Damen ein Konflikt, der in den Boulevardmedien des Ruhrgebiets als „Zickenkrieg“ Schlagzeilen machte. Mittlerweile sind alle drei Parteien längst wieder voneinander getrennt.

P.S.: Holger Fach ist als Trainer derzeit auf dem Markt. Ich find den gut – auch wenn dieser Artikel vielleicht auf den ersten Blick einen anderen Eindruck erweckt…

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