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Mrz
21

Spiel aus für Kruse: Die prominentesten Rauswürfe aus der Nationalmannschaft

Extravagante Sportwagen, unzählige angedichtete Frauengeschichten, der „Verlust“ von 75.000 Euro in einem Taxi, nun der Foto-Eklat in einem Berliner Club nachts um 2 Uhr: Lebemann Max Kruse von VfL Wolfsburg hat durch sein ausschweifendes Privatleben für Bundestrainer Joachim Löw das Fass zum Überlaufen gebracht und ist aus der Nationalmannschaft geflogen. Der 28 Jahre alte Angreifer ist beileibe nicht der einzige Ausgestoßene des DFB.

Uli Stein: „Suppenkasper“

Bei der WM 1986 ist HSV-Torhüter Uli Stein fassungslos, als Teamchef Franz Beckenbauer auf die langjährige Nummer eins Toni Schumacher und nicht auf ihn baut. Für Stein ist klar: Ich bin besser als der „Tünn“, Beckenbauer ist nur ein Suppenkasper, überhaupt diktiert Ausrüster adidas die Aufstellung seines Werbeträgers Schumacher. Dumm von Stein: Der 31-Jährige wirft Beckenbauer genau dies an den Kopf. Der „Kaiser“ wirft ihn noch während des Turniers, in dem Deutschland das Finale erreicht, raus. Steins DFB-Karriere endet nach nur sechs Einsätzen.

Toni Schumacher: Der Anpfiff als Abpfiff

Kurioserweise trifft auch Schumacher ein Jahr später der Bannstrahl des DFB. Der 33-Jährige bringt im Herbst 1987 ein Buch namens „Anpfiff“ auf den Markt, in dem er nicht nur über nächtliche Zocker-Runden von Mitspielern schreibt, sondern auch berichtet, dass Doping im Fußball gang und gäbe sei. Nicht nur der DFB wirft den seinerzeit besten Torhüter der Welt nach 76 Länderspielen raus, auch für den 1. FC Köln ist das Idol untragbar geworden.

Stefan Effenberg: Der Mittelfinger der Nation

Bei der WM 1994 lassen deutsche Zuschauer im Gruppenspiel gegen Südkorea (3:2) ihren Frust über die schlechten Leistungen des Weltmeisters raus. Rechtsverteidiger Stefan Effenberg bekommt die Pfiffe und Schmährufe aus nächster Nähe mit. Der ohnehin nicht für seinen Gleichmut bekannte „Effe“ rastet aus, streckt den Fans den gestreckten Mittelfinger entgegen. Zu viel für DFB-Präsident Egidius Braun und Bundestrainer Berti Vogts, die den 25-Jährigen nach Hause schicken. Erst als der deutsche Fußball vier Jahre später am Boden liegt, kehrt Effenberg noch einmal für zwei Spiele zurück. Anschließend erklärt er, der Gewinn der Champions League mit Bayern München sei ihm wichtiger als die Nationalelf.

Lothar Matthäus: Die EM 1996 abgeschrieben

Wie Schumacher manövriert sich 1996 auch Deutschlands bislang einziger Weltfußballer Lothar Matthäus durch die Veröffentlichung eines Buchs ins Aus. In seinem Pamphlet mit dem originellen Namen „Mein Tagebuch“ lässt der Bayern-Star kaum ein gutes Haar an Mitspieler Jürgen Klinsmann, der nach einer schweren Verletzung von Matthäus interimsmäßig auch die Kapitänsbinde in der Nationalmannschaft übernommen hat. Weil Berti Vogts mit Matthias Sammer einen noch besseren Libero als Matthäus zur Verfügung hat, verzichtet der Bundestrainer auf den möglichen Spaltpilz, der den Gewinn der EM im Fernsehen verfolgen muss. Erst vor der WM 1998 begnadigt Vogts Matthäus mangels Alternativen. Der spielt mit 39 Jahren sogar noch 2000 die Europameisterschaft, hört nach dem Vorrundenaus und 150 Länderspielen endgültig auf.

Kevin Kuranyi: Ich muss weg

Nach seiner Last-Minute-Ausbootung durch Jürgen Klinsmann vor der Heim-WM 2006 erhält Kevin Kuranyi unter Nachfolger Joachim Löw 2007 eine neue Chance im Nationaldress. Der zuweilen lustlos wirkende Schalker kann allerdings auch bei seiner zweiten Chance kaum auf sich aufmerksam machen. Bei der EM 2008 ist er nur vierter Stürmer, im Oktober 2008 beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland muss er gar auf der Tribüne Platz nehmen – und verlässt das Dortmunder Stadion kommentarlos während des Spiels. Für Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff untragbar. Kuranyi wird nach 52 Länderspielen nicht mehr nominiert.

Kevin Großkreutz: „Das macht man nicht“

Kevin Großkreutz, berühmt geworden als Weltmeister 2014 ohne jede Einsatzsekunde, hatte bereits einiges ohne jede Konsequenz auf dem Kerbholz: Die „Dönerwurf-Affäre“ verzieh ihm Löw ebenso wie seine Blasenschwäche in einer Hotellobby. Als der Bundestrainer aber erfährt, dass Großkreutz nach seinem Wechsel 2015 zu Galatasaray Istanbul – wo er wegen eines Formfehlers bei der Transferabwicklung ein halbes Jahr nur trainieren darf – an jedem Wochenende in die Dortmunder Heimat jettet, reicht es Löw. Über eine Zeitung wirft er Großkreutz mit den Worten „Das macht man nicht“ raus.

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  1. #Link11: Raus aus Jogis Mupfel | Fokus Fussball sagt:

    […] Testspiele (DFB.de). Javier Cáceres (SZ) fasst die Verfehlungen des Wolfsburgers zusammen. Aktives Abseits erinnert an die Historie des Aus-der-Nationalmannschaft-geworfen-werdens. Gestern tauchte ein […]

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