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Jan
14

Startschuss in die Bundesliga-Rückrunde

Die Bundesliga-Saison war bislang reich an Überraschungen positiver wie negativer Art. Eine Prognose fällt da schwer. Ich wage sie trotzdem.

Vor Saisonbeginn habe ich mich in einem Artikel für meinen Kunden netzathleten.de ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt und eine Prognose über das Abschneiden der Bundesligavereine abgegeben. Bislang liege ich gewaltig daneben.

Nach meinen Tipps zu Saisonbeginn müsste die Tabelle ungefähr so aussehen (in Klammern die tatsächliche Platzierung):

1. Bayern München (5.)
2. Bayer Leverkusen (3.)
3. VfL Wolfsburg (13.)
4. Werder Bremen (14.)
5. Schalke 04 (10.)
6. Borussia Dortmund (1.)
7. Hamburger SV (9.)
8. VfB Stuttgart (17.)
9. 1899 Hoffenheim (8.)
10. Eintracht Frankfurt (7.)
11. Mainz 05 (2.)
12. 1. FC Köln (16.)
13. Borussia M’gladbach (18.)
14. 1. FC Nürnberg (11.)
15. 1.FC K’lautern (12)
16. SC Freiburg (6.)
17. St. Pauli (15.)
18. Hannover 96 (4.)

Man sieht also, dass ich scheinbar keine Ahnung von Fußball habe. Oder aber – und das ist die Variante, die ich bevorzuge – dass diese Saison absolut verrückt ist. Ich wage trotzdem eine Prognose für die Rückrunde. Noch mehr daneben liegen kann man ja kaum noch…

Borussia Dortmund
Sofern die Spieler über Weihnachten nicht das Fußballspielen verlernt oder zu viel Zeitung gelesen haben, sollte bei zehn Punkten Vorsprung auf die ersten Verfolger nichts mehr anbrennen. Tipp: Meister

Mainz 05
Die Mainzer haben in der Winterpause das Ziel Europacup-Quali ausgegeben. Respekt für so viel Mut, wo doch die meisten Kleinen um den heißen Brei rum reden, wenn sie oben mitspielen. Aber die Mainzer zehren nach wie vor von ihrem guten Start mit sieben Siegen. Ihre 12 Punkte aus den letzten 10 Spielen sind nur Mittelmaß. Da aber viele der selbsternannten Europacup-Anwärter sehr weit weg sind, hat Mainz gute Chancen, sein Ziel zu erreichen: Tipp: Platz 4-7

Bayer Leverkusen
Zumindest die Werkself spielt in der Tabellenregion, in der ich sie erwartet hatte. Auch wenn der Fußball nicht so glanzvoll ist wie im Vorjahr, steht Leverkusen zu Recht auf einem CL-Platz und wird auch dort bleiben. Tipp: Dritter

Hannover 96
Nach der Last-Minute-Rettung in der schweren letzten Saison habe ich bei 96 mit dem schlimmsten gerechnet. Die Mannschaft hat in der Hinrunde aus der Position des Underdogs am absoluten Limit gespielt. Ein Totalabsturz wird nicht folgen, aber der Europacup wird es trotz des Vorsprungs auf die „üblichen Verdächtigen“ nicht. Tipp: Platz 7-10

Bayern München
Der haushohe Meisterschaftsfavorit ist in der gesamten Hinrunde nicht in die Gänge gekommen. Die Bayern-Führung spricht zwar von der großen Aufholjagd, aber für ganz oben wird es nicht mehr reichen. Tipp: Beste Rückrundenmannschaft, aber am Ende „nur“ Platz zwei.

SC Freiburg
Vergleichbar mit Hannover 96 verlief die Hinrunde nahezu optimal. Aber trotzdem hing zu viel von Demba Cissé ab. Verliert er seine Form, wird auch der SCF abrutschen. Tipp: Platz 9-11

Eintracht Frankfurt
Steht mit Platz sieben dort, wo man hinwollte. Daran sollte sich auch in der Rückrunde nicht viel ändern. Die SGE wird ein, zwei Vereine überholen, aber auch von ein, zwei Vereinen überholt. Trotzdem bei optimalem Verlauf Europacup-Anwärter. Tipp: Platz 5-9

1899 Hoffenheim
Alles neu bei der TSG. Trainer Rangnick weg, Luiz Gustavo weg, Demba Ba weg. Traditionell baut „Hoppenheim“ in der Rückrunde ab, so auch dieses Mal. Tipp: Platz 9-12

Hamburger SV
Verspielt üblicherweise im März/April seine gute Ausgangsposition. Hat dieses Jahr schon im Herbst damit angefangen. Trainer Veh ist auf dünnem Eis, könnte die Saison nicht überstehen – zumal Christoph Daum schon ante portas sein soll. Tipp: Platz 8-10

FC Schalke 04
Ist in der Liga nur schwer in Tritt gekommen, hatte zum Ende der Hinrunde aber immerhin mal ein „Läufchen“. Wird sich in dieser Form noch in die Europa League retten – was eigentlich zu wenig ist. Tipp: Platz 4-6

1.FC Nürnberg
Überzeugende Hinrunde einer mit vielen Talenten gespickten Mannschaft (Gündogan, Ekici, Schieber, Hegeler), die in dieser Formation in der kommenden Saison nicht mehr zusammenspielen dürfte. Wird nicht mehr in akute Abstiegsgefahr geraten. Tipp: Platz 10-12

1.FC Kaiserslautern
Der Aufsteiger wartete in der Hinrunde mit einigen Achtungserfolgen auf. Macht einen stabilen Eindruck, aber beim FCK kann es immer schnell gehen. Daher noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Tipp: Platz 12-16

VfL Wolfsburg
Teurer Kader, potenter Sponsor, hochgesteckte Ziele, aber eine miese Halbserie. Der VfL hat zudem mit Edin Dzeko seinen besten Spieler verloren, bislang ist kein (gleichwertiger) Ersatz in Sicht. Diego konnte Misimovic noch nicht ersetzen, die teure Mannschaft wirkt inhomogen. Nur eine gute Halbserie kann Trainer Steve McClaren noch retten. Aber wie wahrscheinlich ist das? Außerdem schützt individuelle Klasse nicht vor Abstiegsnöten. Wundertüte, daher große Spannbreite in der Prognose. Tipp: Platz 9-16

Werder Bremen
Über Jahre auf Platz zwei oder drei abonniert, läuft dieses Jahr national wie international gar nichts bei Werder. Viel Verletzungspech, aber auch Substanzverlust durch den Özil-Abgang und ein unglückliches Händchen bei den Transfers. Werder spielt die Runde mit Anstand zu Ende, und wird im nächsten Jahr wieder versuchen anzugreifen – vermutlich mit dem Führungsduo Allofs/Schaaf. Tipp: Platz 9-12

FC St. Pauli
Lange Zeit ein gutes Stück von den Abstiegsplätzen entfernt, gegen Ende der (guten) Hinrunde aber immer weiter abgerutscht Richtung Gefahrenzone. Der Klassenerhalt wird ein hartes Stück Arbeit, aber etwas anderes hat in Hamburg ohnehin niemand erwartet. Tipp: Platz 14-18

1.FC Köln
Vier Wintertransfers, mehr als jeder andere Verein. Der FC war manchmal grausam schlecht und hat zu Recht verloren, hat aber manchmal auch nach gutem Spiel Punkte liegen lassen. Bleibt das so, steht Abstieg Nummer fünf bevor. Tipp: Platz 13-17

VfB Stuttgart
In der Europa League souverän, in der Liga in akuter Abstiegsnot. Neu-Trainer Bruno Labbadia (bereits Übungsleiter Nummer drei in dieser Saison) ist für seine guten Starts bekannt. Einen solchen wird er brauchen. Ansonsten wird es verdammt schwer mit dem Klassenerhalt. Steigt der VfB ab, sollte sich die Vorstandsetage mal hinterfragen, ob man wirklich jährlich den Trainer wechseln muss. Tipp: Platz 13-17

Borussia Mönchengladbach
6:3 in Leverkusen, 4:0 in Köln, aber kein Heimsieg und nur 10 Punkte. Trotz oftmals guten Spiels steht die Borussia im Keller. Und wird dort auch bleiben, wenn nicht ein Wunder geschieht. Sportdirektor Max Eberl hält in Nibelungentreue an Trainer Michael Frontzeck fest – schlägt der Start fehl, werden beide nicht mehr lange zu halten sein. Mit so wenigen Punkten nach der Hinrunde ist in 47 Jahren Bundesliga noch kein Verein drin geblieben. Tipp: Platz 16-18

Auf eine großartige Rückrunde! Nach dem 34. Spieltag am 14. Mai sprechen wir uns wieder. Wenn der deutsche Meister dann Hannover 96 heißen sollte und Mainz 05 und der SC Freiburg den Niedersachsen in die Champions League folgen sollten, werde ich nie wieder über Fußball sprechen! Versprochen!

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