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Feb
02

Tasci-Leihe, Sanogo-Panne – Ruhiger Winterschlussverkauf in der Bundesliga

Der „Deadline Day“ in der Fußball-Bundesliga verlief unspektakulär wie selten. Überhaupt gaben die 18 Vereine lediglich 48 Millionen Euro für Neuzugänge aus – in England wurde diese Marke allein am letzten Tag des Winter-Transfermarkts überboten.

Nein, die Bayern wollten auf dem Transfermarkt eigentlich nicht mehr tätig werden. Trotz der schweren Muskelblessur von Jerome Boateng und auch nach dem erneuten Verletzungs-Aus von Javi Martinez beteuerten die Verantwortlichen des Tabellenführers, von „Notkäufen“ nichts zu halten, zumal laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge derzeit „keine Qualität“ auf dem Markt sei.

Kurz vor Toreschluss wurde am Montagabend dann doch noch die Leihe von Ex-Nationalspieler Serdar Tasci (28/Spartak Moskau) perfekt gemacht. Es war beinahe der spektakulärste Move der gesamten Transferperiode in der Bundesliga. Das sagt viel aus.

England toppt mal wieder alles

Während der FC Bayern für kolportierte 2,5 Millionen Euro Innenverteidiger Tasci zumindest bis zum Sommer in die Bundesliga zurücklotste, blieben in England zwar die Mega-Transfers wie in den vergangenen Jahren aus – man denke nur an 2011, als Chelsea Fernando Torres für knapp 60 Millionen Euro vom FC Liverpool holte.

Doch die 24 Millionen Ablöse von Stoke City für den belgischen U21-Nationalspieler Giannelli Imbula (FC Porto) lassen einen ebenso zusammenzucken wie die 18 Millionen Euro, die der FC Everton in den senegalesischen Mittelstürmer Oumar Niasse (Lokomotive Moskau) investiert hat. Insgesamt gaben die 20 Klubs der Premier League seit dem 2. Januar 236,34 Millionen Euro aus – natürlich mehr als jede andere Liga auf der Welt.

Hannover mit den meisten Transfers

Quantitativ hat in der Bundesliga das Tabellen-Schlusslicht Hannover 96 am meisten „nachgebessert“. Nach den Angreifern Hugo Almeida (Anschi Machatschkala/Russland), Adam Szalai (1899 Hoffenheim), Marius Wolf (1860 München) und den Mittelfeldspielern Iver Fossum (Strömsgodset/Nowegen) sowie Hotaru Yamaguchi (Osaka/Japan) holte 96 mit dem schwedischen Verteidiger Alexander Milosevic (Besiktas) seinen sechsten Neuzugang im Winter.

Dabei hat die Vergangenheit gezeigt, dass nur ein Bruchteil der Winter-Zugänge eine unmittelbare Verstärkung ist. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass in Werder Bremen, dem FC Augsburg und Eintracht Frankfurt (jeweils fünf Verpflichtungen) allesamt Vereine aus der Abstiegszone die zweitmeisten Neuzugänge an Bord holten.

Der Nicht-Transfer des Winters: Sekou Sanogo

Immerhin zwei Spieler holte der Hamburger SV am „Deadline Day“: Der frühere Nürnberger Torjäger Josip Drmic, bei seinen letzten Stationen in Leverkusen und Mönchengladbach unglücklich war, soll an der Elbe als Leihspieler bis zum Saisonende die Sturmflaute beheben. Zudem sicherten sich die Hanseaten die Dienste des schwedischen Außenstürmers Nabil Bahaoui, der bei Al-Ahli in Saudi Arabien nicht zurechtkam und ablösefrei bis 2018 unterschrieb.

Eigentlich sollte sogar noch ein dritter Last-Minute-Transfer eingetütet werden, doch beim Ivorer Sekou Sanogo (26) von Young Boys Bern gingen die Transferunterlagen aus der Schweiz laut Sportdirektor Peter Knäbel vier Minuten zu spät beim HSV ein.

Knäbel hatte dafür den Schweizern die Verantwortung gegeben: „Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18.00 Uhr. Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es Leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte.“ Die Leihe des Mittelfeldspielers platzte damit. Ob ein Transfer im Sommer umgesetzt wird, ist derzeit fraglich.

Jobs beim HSV gibt es damit derzeit nur im Team rund um das Team – doch beim VIP-Service, als Kassenverkäufer oder als Zapfer lässt Sanogo vermutlich anderen den Vortritt.

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