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Mai
09

Tradition adé – Stuttgart, Werder oder Frankfurt steigen ab

Für Fußball-Traditionalisten war es ein schwarzes Wochenende: Nicht nur, dass Brauseklub RB Leipzig den Aufstieg perfekt gemacht hat. Nach den jüngsten Ergebnissen steht auch fest, dass die 1. Bundesliga neben Hannover 96 im VfB Stuttgart, Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt mindestens einen weiteren Traditionsklub verlieren wird.

Die Entscheidung im Bundesliga-Titelkampf ist auf mittlerweile gewohnt unspektakuläre Weise gefallen. Auch wenn Bayern München „erst“ am 33. Spieltag die historische vierte Meisterschaft in Folge gefeiert hat, war der Titelgewinn des Rekordmeisters eigentlich bereits im Herbst abzusehen. Zumindest im Kampf um den Klassenerhalt und den Relegationsplatz erwartet den deutschen Fußball aber zum Saisonfinale am kommenden Samstag noch einmal etwas Spannung – und wenn die Protagonisten mitspielen, vielleicht sogar Dramatik.

Fest steht bereits, dass die Bundesliga weiter „synthetisiert“ wird. RB Leipzig hat am Sonntag den Aufstieg auf Ansage perfekt gemacht und „bereichert“ die Bundesliga in der Saison 2016/17. Mit Klubs wie Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und eben RB besteht dann fast ein Viertel des Oberhauses aus werks- oder mäzenunterstützten Vereinen.

Weichen muss dafür die Tradition. Neben Ex-Meister Hannover 96 wird mindestens ein weiterer Titelträger den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Der viermalige Meister Werder Bremen und Eintracht Frankfurt, Champion von 1959, haben ihre Rettung im direkten Duell in eigener Hand. Der VfB Stuttgart, vor neun Jahren letztmals Meister, muss dagegen nicht nur selbst gewinnen, sondern auch auf die Schützenhilfe der Frankfurter hoffen.

Die Konstellation im Abstiegskampf:

EINTRACHT FRANKFURT (Platz 15, 36 Punkte, 34:51 Tore)

Ist gerettet:
– Bei Sieg oder Unentschieden bei Werder Bremen.

Geht in die Relegation:
– Bei Niederlage bei Werder Bremen, wenn der VfB Stuttgart durch einen eigenen Sieg beim VfL Wolfsburg nicht mehr als fünf Tore auf die Eintracht aufholt.

Steigt direkt ab:
– Bei Niederlage bei Werder Bremen, wenn der VfB Stuttgart durch einen eigenen Sieg beim VfL Wolfsburg mindestens sechs Tore auf die Hessen aufholt.

WERDER BREMEN (Platz 16, 35 Punkte, 49:65 Punkte)

Ist gerettet:
– Bei Sieg gegen Eintracht Frankfurt.

Geht in die Relegation:
– Bei Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt, wenn der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg mit höchstens sechs Toren Differenz gewinnt.
– Bei Niederlage gegen Eintracht Frankfurt, wenn der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg nicht gewinnt.

Steigt direkt ab:
– Bei Niederlage gegen Eintracht Frankfurt, wenn der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg gewinnt.

VFB STUTTGART (Platz 17, 33 Punkte, 49:72 Tore)

Geht in die Relegation:
– Bei Sieg beim VfL Wolfsburg, wenn Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt verliert.
– Bei Sieg beim VfL Wolfsburg mit wenigstens sechs Toren Differenz, wenn Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt unentschieden spielt.

Steigt direkt ab:
– Bei Niederlage oder Unentschieden beim VfL Wolfsburg.
– Bei einem Sieg mit weniger als sieben Toren Differenz beim VfL Wolfsburg, wenn Werder Bremen und Eintracht Frankfurt unentschieden spielen.

2 Kommentare

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  1. Henning Strenge sagt:

    Der VFB (zumindest die Vereinsführung) gehört schon längst abgestiegen. Echt peinlich, was man dort aus wirtschaftlich und infrastrukturell besten Vorraussetzungen gemacht hat. Anstatt mit dem Finger auf Klubs wie Leverkusen, Ingolstadt oder RB Leipzig zu zeigen sollte man überlegen wieso man inzwischen von „Provinzevereinen“ wie Mainz überholt wurde und es nicht schafft auf Augenhöhe mit Gladbach oder Schalke zu stehen.

    Tradition schießt keine Tore.

    1. Heibel sagt:

      Du hast schon Recht, der VfB hat sich selber heruntergewirtschaftet. Nach zwei Beinahe-Abstiegen ist der Gang in die zweite Liga verdient und auch fällig.
      Dass mindestens zwei „Traditionsvereine“ in diesem Jahr absteigen, zeigt eindeutig, dass eine klare Strategie wichtiger ist als ein voller Fanblock und ein leer gekaufter Fanshop. Mainz, Augsburg oder auch Ingolstadt belegen das mit deutlich kleineren Mitteln als Leipzig. Deswegen sind mir diese drei Klubs in der Liga auch willkommener als Leipzig – auch wenn es schön ist, dass der Osten nach sieben Jahren auch wieder einen Erstliga-Klub hat.

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