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Okt
05

Treue zahlt sich aus: Urgesteine helfen Vereinen

Weniger als zwei Jahre. Das ist die durchschnittliche Verweildauer eines Bundesligaspielers bei seinem Verein, fand kürzlich eine Studie heraus, welche die Vereinstreue von Spielern in der Bundesliga untersuchte. Nur sechs Vereine können ihre Spieler im Durchschnitt länger halten, die restlichen haben eine noch höhere Fluktuation aufzuweisen.

Doch es gibt sie noch, die ganz treuen. Diejenigen Spieler, die seit Jahren mit ihrem Verein durch dick und dünn gehen. Sie stehen für Kontinuität und Loyalität und werden deshalb von den Fans besonders innig geliebt. Auch deshalb, weil sie in Zeiten von immer neuen Rekordsummen auf dem Transfermarkt und Spielern, die einen Vereinswechsel mit allen Mittel durchdrücken wollen, als Symbol für eine selten gewordene Bodenständigkeit stehen.

Den Rekord hält ein Torhüter

Aktueller Bundesliga-Rekordhalter in Sachen Vereinstreue ist der Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller. Der 37-Jährige ist mit 15 Jahren beim selben Verein einsame Spitze. Weidenfeller kam 2002 vom 1. FC Kaiserslautern zu den Borussen. Dort stand damals noch Jens Lehmann als Nummer eins zwischen den Pfosten, sodass sich Weidenfeller zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen musste. Doch schon in der darauffolgenden Saison wechselte Lehmann zum FC Arsenal in die englische Premier League, sodass der Platz frei wurde für Weidenfeller. Zwischenzeitlich wieder zur Nummer zwei degradiert, erkämpfte sich der gelernte Bürokaufmann in der Saison 2004/2005 endgültig seinen Stammplatz. Seinen ersten wichtigen Titel gewann Weidenfeller in der Saison 2010/2011, als Borussia Dortmund Deutscher Meister wurde. Seine Zeit als unangefochtene Nummer eins endete 2015, als Dortmund den Schweizer Roman Bürki verpflichtete. Während Weidenfeller zunächst noch bei Europapokalspielen eingesetzt wurde, legte sich Trainer Tuchel schließlich auf Bürki als alleinige Nummer eins fest. Weidenfeller akzeptiert seitdem seine Reservistenrolle und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag kürzlich bis 2018.

Back at Wembley. #bvb #borussiadortmund #ucl #uefa #championsleague #thfcbvb #tottenham #hotspur #spurs #london #wembley #wembleystadium

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Ribery das Bayern-Urgestein

Mittlerweile auf Rang sechs der treuesten Bundesligakicker steht der Franzose Franck Ribery von Bayern München. 2007 von Olympique Marseille an die Isar gewechselt, verkörpert er mittlerweile voll und ganz das „Mia-san-Mia-Gefühl“ beim Rekordmeister. Seinen wichtigsten Fürsprecher findet Ribery noch immer bei Präsident Uli Hoeneß, der sich bei Kritik immer wieder vor seinen Schützling stellte. Größter Erfolg war für Ribery der Sieg der Champions League unter Trainer Jupp Heynckes, als die Bayern mit DFB-Pokal und Meistertitel gar das Triple komplett machten. Über die ganz besondere Beziehung zu Hoeneß gab Ribery zuletzt bei seinem zehnten Jubiläum an der Säbener Straße Auskunft. Nicht nur der Präsident steht hinter dem mittlerweile 34-jährigen Franzosen: Auch die Fans des FC Bayern wissen das Engagement des Flügelspielers zu schätzen und feiern ihn nach Spielen besonders ausgiebig. Ein Blick auf die Wettquoten für den Deutschen Meistertitel belegt zudem, dass mit den Bayern und Dortmund zwei Vereine die höchsten Quoten haben, deren Spieler im Schnitt am längsten ihrem Vereinen treu bleiben. Kontinuität bei den Spielern scheint sich also durchaus auszuzahlen. Das zeigt auch die derzeitige überraschende Vormachtstellung von Borussia Dortmund. Zu Beginn der Saison war noch der FC Bayern als alleiniger Titelfavorit auserkoren worden. Doch die ersten Spieltage und der Rauswurf von Ancelotti haben gezeigt, dass den Bayern eine ungemütliche Saison bevorstehen könnte.

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Alex Meier Fußballgott

Platz zwei der vereinstreuesten Spieler nimmt Alexander Meier von Eintracht Frankfurt ein. Der derzeit verletzte Stürmer ist DIE Identifikationsfigur der Eintracht-Anhänger. Sein Trikot mit der Nummer 14 ist das Beliebteste bei den Fans. Seit 13 Jahren spielt der 34-Jährige nun schon für die Eintracht. Er blieb dem Verein selbst dann treu, als man in die zweite Liga musste. Das Lied „Alex Meier Fußballgott“ etablierte sich, als er die Frankfurter als Torschützenkönig zurück in die erste Liga schoss. Endgültig zur Klublegende wurde Meier, als er in der Spielzeit 2014/2015 auch in der ersten Liga die Kanone als Torschützenkönig in Empfang nehmen durfte. Sogar europäische Luft schnupperte Meier mit der Eintracht. 2012/2013 war gegen den FC Porto erst im Sechzehntelfinale der Europa League Schluss. Trotz seiner großen Erfolge in der Liga wurde Meier kein einziges Mal für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Auch die vergangene Saison war insbesondere durch den Einzug ins DFB-Pokal-Finale zur Zufriedenheit der Anhänger verlaufen.

Lustenberger könnte aufholen

Während die ersten sechs Spieler auf der Liste der Vereinstreuen die 30 bereits überschritten haben, hat die Nummer sieben Fabian Lustenberger noch das Potenzial aufzusteigen. Der Herthaner ist mit seinen 29 Jahren ebenfalls bereits seit 10 Jahren seinem Verein treu. Dennoch: Die Nummer eins zu werden setzt vorraus, dass Lustenberger nicht nur weiterhin seiner Hertha treu bleibt: Er müsste seine Karriere wohl auch noch einige Jahre fortsetzen, denn dicht hinter ihm folgt Möchengladbachs Tony Jantschke. Jantschke ist erst 27.

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