«

»

Dez
10

Vier für oben – die Überraschungsteams der Saison

FC Augsburg: Fast schon arriviert

Bei vielen Buchmachern und Experten galt der FC Augsburg vor der Saison gemeinsam mit Aufsteiger Eintracht Braunschweig als Abstiegskandidat. Verständlicherweise, nachdem der Verein in den beiden Jahren zuvor nach schwachen Hinrunden (mit 15 bzw. neun Punkten) erst auf den letzten Drücker den Klassenerhalt sicherstellen konnte. Auf Dauer kann so etwas nicht gut gehen, sollte man meinen – tut es aber scheinbar doch.

20 Punkte nach 15 Spieltagen sind bereits mehr als die halbe Miete zum Klassenerhalt. Schließlich waren seit Einführung der Dreipunkteregel nie mehr als 38 Zähler vonnöten, um über dem Strich zu landen. Zudem beträgt das Polster auf Relegationsplatz 16 für den aktuellen Tabellenneunten komfortable neun Punkte.

Was ist das Erfolgsrezept der Schwaben? Kein anderes als das der vorher genannten Gladbacher, Wolfsburger und Berliner: Ruhe im Umfeld, Kontinuität auf dem Posten des Sportdirektors und des Trainers, dazu eine eingespielte, nur punktuell veränderte Mannschaft.

Als im Sommer 2012 nach dem Weggang von Trainer Jos Luhukay und Manager Andreas Rettig der Versuch unternommen wurde, mit Giovanni Sio, Aristide Bancé oder Andreas Ottl mehr (nominelle) Klasse in den Kader zu bringen, waren die Folgen noch eklatant: Die Neuzugänge und die Helden des Klassenerhalts passten nicht zusammen, die Ergebnisse blieben aus.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Trainer Markus Weinzierl dann die Reißleine gezogen und aus dem Gefühl des fast sicheren Abstiegs heraus konsequent auf einen Kern von Spielern gesetzt, auf die er sich verlassen konnte. Typen wie Tobias Werner, Daniel Baier, Sascha Mölders oder André Hahn entwickelten sich seither sogar zu den Gesichtern des Klubs.

Im Sommer haben die Macher um Rettigs Nach-Nachfolger Stefan Reuter die Lehren gezogen und lediglich punktuelle Transfers getätigt, die allerdings mit einem gewissen Risiko behaftet waren. So galt Halil Altintop, 2005/06 noch 20-facher Torschütze für Kaiserslautern, in Deutschland nach vielen schwachen Jahren und einem Abstecher in die Türkei als verbrannt. Auch Raul Bobadilla hatte aus seiner Gladbacher Zeit nicht den besten Ruf. Beide fügen sich allerdings ins Kollektiv ein und spielen – wie die gesamte Mannschaft – eine unauffällige, aber sehr konstante Saison.

Nach aktuellem Ermessen sind mindestens drei Mannschaften schlechter als der FCA. Eintracht Braunschweig und der 1. FC Nürnberg offenbaren Woche für Woche die typischen Symptome eines Absteigers. Auch Werder Bremen, der SC Freiburg oder Eintracht Frankfurt haben mit massiven Problemen zu kämpfen. Selbst der Hamburger SV oder Hannover 96 sollten sich nicht zu sicher fühlen.

Kurios: In Braunschweig, Freiburg oder Frankfurt herrscht ebenfalls Kontinuität und Besonnenheit. Immer klappt es mit dieser Marschroute also nicht…

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*