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Jan
05

Völkerwanderung rund um Wolfsburg – Magath spielt Russisches Roulette

Wenn man meint, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Magath her. Wolfsburg-Coach Felix Magath, dem ich bereits vor gut einem Jahr einen Artikel über seine mehr als eigenwillige Transferpolitik gewidmet habe, will es nun scheinbar allen zeigen: Beinahe täglich werden neue Verpflichtungen bekannt. Wohin soll das noch führen? Eins scheint jedenfalls klar zu sein: Entweder wird man Magath im Sommer feiern – oder er wird ein für alle mal „verbrannt“ sein für das Fußballgeschäft.

Magaths Liste des Grauens (Stand 1.2.2011) wird immer länger. 23(!) Neuzugänge – inklusive einiger Aufrücker aus der Amateurmannschaft und der A-Jugend – hat der VfL in dieser Saison nun schon zu verzeichnen (Stand: 5.1.2012, 13:09 Uhr). Weitere Spieler, wie Vaclav Pilar, Ibrahim Sissiko, Felipe Lopes, Ricardo Rodriguez oder Aleksandar Lukovic werden heiß gehandelt. Ihre Verpflichtung ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit.

Ich weiß nicht, was Felix Magath sich von seiner Personalpolitik verspricht! Klar sein sollte in jedem Fall, dass diese Politik normalerweise nicht zum Erfolg führen kann, ja zum Erfolg führen darf. Ansonsten würde Magath die gerade bei einigen Vereinen aufkeimende Vernunft (geduldiger Aufbau einer Mannschaft, zur Not über mehrere Jahre) ad absurdum führen. Selbst wenn seine Neuzugänge über große Qualität verfügen sollten, muss sich die Mannschaft erst finden. Das allerdings braucht Zeit. Doch was passiert, wenn die Mechanismen nicht bis zum Saisonende greifen?

Normalerweise verpflichten Trainer neue Akteure gezielt für eine Position. Schaut man sich Magaths Transfers an und die Spieler, welche noch auf der to do-Liste stehen, dann scheinen allenfalls Mario Mandzukic, Christian Träsch und ggf. Diego Benaglio ihre Stammplätze für die Rückrunde sicher zu haben. Doch das bedeutet auch, dass Felix Magath, der die Mannschaft im Sommer nach eigenem Gusto verstärken konnte, auf acht Positionen die falschen Leute verpflichtet oder den falschen Spielern vertraut hat. Was es auch ist, beides stellt dem Trainer-Manager Magath kein gutes Arbeitszeugnis aus. Im Grunde ist es schon ein Skandal, dass der Vize-Weltmeister von 1982 überhaupt noch einen Bundesliga-Verein betreuen darf.

Und mal ein ganz anderer Aspekt: Wie verklickert man einem VW-Mitarbeiter, dass man ihn entlässt, wenn der sich mit ansehen muss, dass alle sechs Monate ohne nennenswerten Ertrag Millionen und Abermillionen in oftmals mittelklassige Fußballer investiert werden?!

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