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Jun
01

Von Bobbycars und Bohrmaschinen – Die kuriosesten Fußballerverletzungen

Fußball gilt als überaus verletzungsträchtiger Sport. Bizarr bis tragikomisch sind jedoch die Verletzungen, die sich Profi-Spieler in der Umkleidekabine, beim Spielen mit ihren Kindern, vor dem Fernseher oder auf Reisen zuziehen, wie die folgende Liste zeigt.

Die meisten Unfälle passieren zu Hause…

Torhüter Logan Bailly von Borussia Mönchengladbach mag es gerne kühl. Im Sommer 2009 wurde dem Belgier diese Vorliebe zum Verhängnis, als ihm eine mobile Klimaanlage auf den Fuß fiel. Die Folge: Mittelfußbruch, 2 Monate Pause.

Der englische Ex-Nationalspieler David Batty (u.a. Leeds United) musste Mitte der 1990er Jahre mehrere Monate wegen einer Achillessehnenverletzung pausieren. Der Grund: Sein dreijähriger Sohn hatte ihn mit seinem Bobbycar angefahren.

Der walisische Ex-Nationalspieler Darren Barnard (u.a. Chelsea London) rutschte auf dem Urin seines Hundes auf den Küchenfliesen aus und riss sich dabei das Kreuzband. 6 Monate Pause.

Bei Torhüter Santiago Canizares vom FC Valencia kam im Mai 2002 jede Menge Pech zusammen. Der etatmäßigen spanischen Nummer 1 für die WM in Japan/Südkorea fiel im heimischen Bad eine After Shave-Flasche zu Boden. Canizares trat in eine Scherbe und durchtrennte sich dabei eine Sehne im rechten Fuß. Die WM war für ihn damit passé.

Der irische Nationalstürmer Robbie Keane (West Ham United, früher Inter Mailand, Tottenham) riss sich mehrere Bänder beim Versuch, die Fernbedienung mit dem Fuß(!) zu erreichen und zu greifen.

Kurios sind auch die Verletzungen der Ex-Nationalspieler Allan Mullery (England) und Michael Schulz (Deutschland). Mullery zog sich einen Hexenschuss beim Zähneputzen zu, Schulz ereilte dieses Schicksal, als er den Müll nach draußen bringen wollte.

Der „König“ in dieser Kategorie ist aber Darius Vassell. Der englische Ex-Nationalstürmer (und Hobby-Heimwerker) versuchte einst, mit einer Bohrmaschine eine Blutblase unter dem Nagel seines rechten großen Zehs zu entfernen. Innovativer Ansatz, unschöne Konsequenz: Der Nagel entzündete sich, Vassell fiel für drei Spiele aus.

…oder auf Reisen…

Relativ aktuell ist der Fall von Jerome Boateng. Eine Stewardess rammte dem deutschen Nationalverteidiger im Herbst 2010 einen Getränkewagen gegen dessen ohnehin schon lädiertes Knie. Boatengs Zwangspause verlängerte sich dadurch noch einmal um mehrere Wochen.

HSV-Stürmer Paolo Guerrero zog sich vor ein paar Jahren einen Muskelfaserriss zu, als er verspätet am Flughafen erschienen war und noch seine Maschine nach Südamerika erreichen wollte.

Noch kurioser erging es Fußballprofi Milan Rapaic (u.a. Fenerbahce Istanbul) am Flughafen. Der Kroate vollbrachte das „Kunststück“, sich selbst mit seiner Boarding Card ins Auge zu stechen. Ein Monat Pause.

Gegen Instinkte kann man nichts machen. Der langjährige Bremer Torhüter Oliver Reck zog sich einst im Trainingslager beim Duschen eine Platzwunde zu. Der Grund: Er wollte eine herunterfallende Seifenschale mit dem Spann stoppen.

Am gefährlichsten ist aber scheinbar Busfahren: Franz Michelberger (4 Bundesliga-Einsätze für Bayern München Mitte der 1970er Jahre) wurde im Trainingslager in Israel von einem Kamel gegen den Mannschaftsbus gestoßen und zog sich dabei eine Knieprellung zu. Noch übler erging es Ex-Nationalstürmer Stefan Kuntz. Dem rissen beim Aussteigen aus dem Mannschaftsbus vor einem Spiel seines 1. FC Kaiserslautern gegen Bayern München gleich mehrere Bänder.

…oder in der Freizeit…

Ex-Nationalkeeper David Seaman kugelte sich einst beim Angeln die Schulter aus.

Der 1,64m kleine Verteidiger Alan Wright (u.a. Aston Villa) zog sich einmal eine Sehnenreizung im Knie zu, als er das Gaspedal seines Ferraris voll durchtreten wollte.

Den Vogel in dieser Kategorie schießt aber Johnny Durnin (u.a. Portsmouth) ab. Der Stürmer fuhr einmal mit einem Golfwagen in einen Bunker, kippte mitsamt Vehikel auf die Seite und brach sich dabei den Ellenbogen. Interessante Hintergrund-Info, die den Vorfall erklären könnte: Durnin war bekannt für seine Vorliebe zum Gerstensaft und trug daher den Spitznamen „Johnny Lager“.

…oder vielleicht doch beim Sport (naja, fast)

Ja, auch beim Sport kann man sich kuriose Verletzungen zuziehen. Das Paradebeispiel ist hier Fußballtorwart Alex Stepney, der in den 1960ern und 1970ern für Manchester United spielte. Stepney faltete seine Vordermänner einmal dermaßen lautstark zusammen, dass er sich dabei den Kiefer ausrenkte. Eigentlich erstaunlich, dass das Oliver Kahn nie passiert ist…

Legendär ist mittlerweile auch der Biss eines Schäferhundes in den Allerwertesten von Friedel Rausch. Den ehemaligen Schalker erwischte es, als Zuschauer beim Derby gegen Borussia Dortmund im Jahr 1969 den Platz stürmten. Dortmunder Ordner mitsamt (Dortmunder) Hunden sorgten für Ordnung. Einer der Vierbeiner ging seinem Job scheinbar mit etwas zu viel Enthusiasmus nach. Rausch trägt noch heute ein „Andenken“ von diesem Biss davon.

Markus Pröll ist ein echtes Phänomen. Ohne seine Verletzungsanfälligkeit wäre der ehemalige Kölner und Frankfurter Torhüter womöglich sogar ein Kandidat für die Nationalmannschaft gewesen. Doch wer sogar bei der Flucht vor Autogrammjägern über ein kleines Mädchen stolpert und sich bei der Landung das Schulter-Eckgelenk sprengt, hat wirklich die „Scheiße am Fuß“, um einen großen Fußballphilosophen und Goldfuß zu zitieren.

Wie man möglichst unglücklich eine Fußball-WM verpassen kann, hat bereits das Beispiel von Santiago Canizares (s.o.) gezeigt. Doch auch der Brasilianer Emerson steht ihm in dieser Hinsicht fast in nichts nach. Der verpasste nämlich die WM 2002, weil er in einem lockeren Trainingsspiel den Torwart gab – und sich prompt an der Schulter verletzte.

Eine kuriose Verletzung hat auch Mario Gomez zustande gebracht: In der Stuttgarter Meistersaison 2006/07 hatte sich der Torjäger im Spiel gegen Wolfsburg verletzt. Die erste Diagnose folgte noch am Spielfeldrand: Innenbandriss. Gomez‘ Wut und Enttäuschung entlud sich daraufhin in einem Schlag gegen den metallenen Medizinkoffer des Mannschaftsarztes. Die Folge: Gomez brach sich zusätzlich noch die Hand und verlängerte damit seinen „Urlaub“ um ein paar weitere Wochen.

Sogar beim Jubel über ein Tor oder einen Sieg riskieren viele Sportler ihre Gesundheit. So blieb der Schweizer Fußballer Paulo Diogo im Jahr 2000 beim Torjubel mit seinem Ehering am Gitter eines Stadionzauns hängen. Der Finger war ab, der Ring noch dran. Kurz darauf führte die Fifa ein generelles Schmuckverbot auf dem Fußballplatz ein.

Auch Miroslav Klose begibt sich beim Torjubel des Öfteren in Gefahr. Vor allem, wenn man sich das Beispiel des Nigerianers Celestine Babayaro vor Augen führt. Der Außenverteidiger feierte in seiner Zeit beim FC Chelsea (1997-2004) einmal ein Tor mit einem Salto. Dummerweise hatte er bei der Turnübung nicht das richtige Timing und brach sich bei der Landung ein Bein.

Last but not least: Der finnische Fußballprofi Jari Litmanen wurde 2005 vom Korken einer Sektflasche im Auge getroffen. Die Folge waren eine Netzhautverletzung und eine monatelange Pause. Man sieht also, dass es durchaus Sinn macht, Sportler für teures Geld zu versichern. Immerhin kann immer mal wieder etwas ins Auge gehen.

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