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Jan
20

Darmstadt bis Hoffenheim: Die Bundesliga im Formcheck (3)

Sämtliche Trainingslager sind beendet, fast alle Vorbereitungsspiele absolviert – für die 18 Vereine der 1. Fußball-Bundesliga rückt der Start in die Rückrunde immer näher. Hier der dritte Teil der Prognosen für die zweite Saisonhälfte. Wo landen Darmstadt, Frankfurt, Stuttgart, Bremen, Hannover und Hoffenheim?

Darmstadt 98 (Platz 13, 18 Punkte)

Der Sensations-Aufsteiger steht zur Halbzeit besser da, als so ziemlich jeder Experte erwartet hat. Die Tests in der Vorbereitung waren wechselhaft, Transfers sind nicht geplant. Dabei würde gerade eine spielerische Bereicherung der kampfstarken Mannschaft von Trainer Dirk Schuster womöglich die entscheidende Note verleihen. So aber ist die Tendenz mit fünf Niederlagen aus den letzten neun Ligaspielen rückläufig, die Konkurrenz hat sich zuletzt immer besser auf das Kick and Rush der Lilien eingestellt. Parallelen zum gut gestarteten, aber nach dem Winter abgestürzten Vorjahres-Aufsteiger SC Paderborn drängen sich auf.

Prognose: Abstieg.

Eintracht Frankfurt (Platz 14, 17 Punkte)

Vor zwei Jahren noch Europapokal-Teilnehmer, setzt sich der schleichende Abstieg der Frankfurter fort. Unter dem einstigen Erfolgstrainer Armin Veh fehlte den Hessen bis auf wenige Glanzlichter, etwa das 6:2 gegen den 1. FC Köln, allzu oft das gewisse Etwas. Zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind dürftig, deswegen wurde mit dem Mexikaner Marco Fabian (3,5 Millionen Euro) und dem bundesligaerfahrenen, aber etwas in die Jahre gekommenen Ungarn Szabolcs Huszti eine neue Flügelzange geholt, die Schalker Leihgabe Kaan Ayhan soll die Abwehr festigen. Die letzten Tests verliefen ernüchternd: 0:4 gegen Dortmund, 3:3 gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig. Es wird ein langer, aber letztlich erfolgreicher Kampf gegen den Abstieg.

Prognose: Platz 13 bis 15.

VfB Stuttgart (Platz 15, 15 Punkte)

Unter dem neuen Trainer Jürgen Kramny ging die Tendenz beim desolat gestarteten VfB zum Ende der Hinrunde leicht nach oben. Nachdem die zum Scheitern verurteilte „Revolution“ unter Alex Zorniger nach 13 Spieltagen ihr Versprechen einlöste, geht es für Stuttgart im dritten Jahr in Folge allein um das nackte Überleben. Die Mannschaft besitzt in Daniel Didavi, der im Sommer wohl zu einem Spitzenklub wechselt, Martin Harnik oder Filip Kostic mehr Qualität in der Offensive als jeder Konkurrent im Abstiegskampf. Die Winterzugänge Artem Krawez (Dynamo Kiew) und Kevin Großkreutz (Galatasaray) sollen diese erhöhen, doch in beiden Fällen sind Fragezeichen erlaubt. Der VfB scheint besser aufgestellt zu sein als in der Katastrophen-Hinrunde, aber in Stuttgart wird man erneut zittern müssen.

Prognose: Platz 12 bis 15.

Werder Bremen (Platz 16, 15 Punkte)

Der einstige Champions-League-Dauergast muss nach einem weiteren dicken Minus in der Bilanz immer kleinere Brötchen backen – und scheut trotz der Drohkulisse des zweiten Abstiegs der Vereinsgeschichte auf dem Transfermarkt das Risiko. Die aktuelle Mannschaft der Grün-Weißen hat sich aber in den ersten 17 Spielen allzu oft als offensiv harmlos und defensiv kopflos erwiesen. Die Hoffnungsträger für Trainer Viktor Skripnik sind schnell benannt: Torjäger Anthony Ujah, der nach Verletzung wieder belastbare Zlatko Junuzovic und Routinier Claudio Pizarro.

Prognose: Relegation.

Hannover 96 (Platz 17, 14 Punkte)

Die Hoffnung in Hannover hat einen Namen: Thomas Schaaf. Der Nachfolger des kurz vor Weihnachten zurückgetretenen Trainers Michael Frontzeck soll mit fünf Neuzugängen die Wende schaffen. Aber: In seinen erfolgreichen Jahren bei Werder Bremen (1999 bis 2013) war Schaaf nicht zuletzt dank der Kontinuität im Umfeld stark, in Hannover muss er sich erst eingewöhnen. Zudem sind die Neuen nicht zwangsläufig die benötigte sofortige Hilfe: Hugo Almeida und Adam Szalai haben zuletzt kaum gespielt, für Marius Wolf, Iver Fossum und Hotaru Yamaguchi ist die 1. Liga absolutes Neuland.

Prognose: Abstieg.

1899 Hoffenheim (Platz 18, 13 Punkte)

2007 mit dem HSV, 2014 und 2015 mit dem VfB Stuttgart – bereits dreimal übernahm Huub Stevens ein Traineramt in höchster Not, dreimal schaffte der Niederländer den Klassenerhalt. Man mag die Methoden des „Knurrers von Kerkrade“ kritisieren, aber der Erfolg hat ihm stets Recht gegeben. Allerdings waren die Vorzeichen nie so schlecht wie nun in Hoffenheim: Die Spieler müssen sich das Selbstvertrauen wieder mühsam erarbeiten, dazu prägten Personalsorgen die Vorbereitung. Dennoch: Stevens wird die talentierte Mannschaft um Nationalstürmer Kevin Volland irgendwie hinbekommen.

Prognose: Platz 13 bis 15.

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