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Jan
21

Wann wird’s mal wieder richtig Sammer? – Wortspiele im Fußball

Obwohl Wortspiele mit Fußballernamen zu den No-Gos des Sportjournalismus gehören, haben insbesondere die Herren Thomas Kraft und Matthias Sammer in den letzten Tagen für ein Revival dieser Kunst gesorgt. Hier ein Auszug unvergessener Wortspiele.

Der heiß diskutierte (und letztlich gescheiterte) Wechsel von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zum Hamburger SV führte zu einem echten Revival von Wortspielen in der deutschen Medienlandschaft. Hier ein Auszug der besten Wortspiele aus den letzten Tagen über den So-gut-wie-und-dann-doch-nicht-HSV-Sportdirektor:

„Wann wird’s mal wieder richtig Sammer“
„Der Sammer-Hammer“
„Da sammer dabei“

Trotz seiner Jugend und weitgehenden Unbekanntheit hat aber vor allem der neue Bayern-Keeper Thomas Kraft in der letzten Woche in den Gazetten wortspielmäßig alles abgeräumt:

„In der Ruhe fliegt der Kraft“
„Mit Kraft und ohne Dusel“
„Nur die Kraftprobe glückt“
„Der erste Kraftakt“
„Bayerns Kraft reicht nicht für den Titel“
„Schweini verbockt die Kraftprobe“

Ansonsten hat sich vor allem der kicker in den 1990er Jahren einen Namen mit schlechten Wortspielen gemacht. In den letzten Jahren wurde es in dieser Hinsicht ruhiger. Scheinbar ist aber vor Kurzem eine Kalauerpflicht im Redaktionsleitfaden verankert worden. Wie sonst lassen sich sonst Wortspiele wie „Wann wird’s mal wieder richtig Sammer“ (20.1.2011) oder „In der Ruhe fliegt der Kraft“ (13.1.2011) erklären? Hier noch ein paar aus den Neunzigern. Damals war man beim Nürnberger Traditionsblatt stark BVB-lastig in seinen Wortspielen:

„Böller von Möller“
„Cool, cooler, Kohler“
„Saftig auf dem Trockenen“
„Appetit auf Klos“
„Hammer von Sammer“

Unangefochten an der Spitze und gerade bei Welt- und Europameisterschaften in Höchstform ist aber die Bild-Zeitung. Hier nur die, die mir spontan ins Gedächtnis gekommen sind:

„Rudi, hau die Saudi“
„Jawollski Podolski“
„Prinz Peng und King Knall“
„Poldi-Party mit Odonk-Tor“
„Heute kriegt Messi auf die Fressi“
„Adieu les Blöd“

Von der Bild-Zeitung bis zur englischen Yellow-Press ist es ein kurzer Weg. Bei Sun & Co. sind die Wortspiele teilweise so weit hergeholt, dass man eigentlich eine Extra-Zeitung bräuchte, um sie zu erklären. Als da wären:

„Chelsea‘s new Sahin-Sation?“ (2005, als Nuri Sahin bei Chelsea gehandelt wurde)
„Give me a Kiess“ (ebenfalls 2005, Stefan Kießling war damals im Gespräch bei Arsenal)
„Hans off!“ (an die DFB-Elf gerichtete Ansage vor dem WM-Finale 2002 gegen Brasilien; neben der Schlagzeile war der Weltpokal abgebildet)
„Bring on the Jermains!“ (2010 nach dem 3. Gruppenspiel der Engländer, Jermain Defoe hatte die Three Lions gerade ins Achtelfinale gegen „the Germans“ geschossen)

In der deutschen TV-Szene gibt es viele Wortspielkünstler (Delling, Bartels, Dahlmann, Herrmann etc.), doch keiner war so platt in seinen Wortspielen wie Wolfgang Ley. Der langjährige Eurosport-Kommentator hat Wortspiele für die Ewigkeiten geschaffen:

„Foul von … na wer wohl? Von Fowler!“
„Letchkov, der die Deutschen bei der WM über den Jordan brachte.“
„Das Spiel von di Livio läuft wie geschmiert.“
„Ebbe Sand hat Sand im Getriebe.“
“Vier, das heißt auf italienisch quattro, aber trotzdem ist Angelo Vier nicht der Sohn von Suzi Quattro.“

An dieser Stelle komme ich nicht daran vorbei, eigene Wortspiel-Kreationen anzubringen. Keine Sorge, mir geht es gut! Die folgenden Wortspiele haben sich in der Regel einfach so und ohne den Einfluss von Drogen ergeben:

„Mladen Miese-Petric“
„Demba Undank-Ba/Denkbar Undank-Ba/Demba Bla“
„Blattini“
(Verschmelzung aus Blatter und Platini; s. mein Post vom 20.1.2011)
„Einsami Khedira“ (kreiert vor der WM 2010, als Khediras Freundin mit dem heutigen Real-Star Schluss gemacht hatte)

1 Kommentar

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  1. Nils sagt:

    sehr amüsanter Beitrag.

    Die Flügelzange Robbery würde mir hier auch noch spontan einfallen…
    oder auch Van der V(err)aat, der sich, noch in Diensten des HSV, im Trikot des FC Valencia ablichten lies…

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