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Dez
09

Wappenänderungen & Co.: Real Madrid, Steaua Bukarest, Cardiff City

Eigentlich sind Vereinswappen und Vereinsfarben im Fußball unantastbar. In letzter Zeit haben sich aber die Fälle von kuriosen „Updates“ im Bereich der Vereinsidentität gemehrt. Real Madrid mit seiner umstrittenen Tilgung des Kreuzes auf der Krone im arabischen Raum setzt dem Ganzen nur die Krone auf.

Das Kreuz mit dem Kreuz: Der Fall Real Madrid

Kein Fußballverein ist bekannter als Real Madrid. Kein Fußballverein ist eine solch wertvolle Marke wie Real Madrid. Und kein Verein hat seit Jahr und Tag so schillernde Figuren in seinen Reihen wie Real Madrid. Kein Wunder also, dass Real Madrid auch königlich verdienen will, wenn man schon seinen guten Namen für Werbezwecke hergibt.

Trotzdem hat die Meldung, dass der spanische Rekordmeister im arabischen Raum wegen seiner Partnerschaft mit der Nationalbank von Abu Dhabi das Kreuz aus der Krone seines ebenso stolzen wie weltberühmten Vereinslogos getilgt hat, Ende November für jede Menge Wirbel gesorgt. Nicht zu Unrecht fragt man sich, wie weit man heutzutage des lieben Geldes wegen noch geht.

„Real Madrid ist sportpolitischer Weltmarktführer. Die Nationalbank von Abu Dhabi hat den höchsten Börsenwert aller arabischen Banken. Doch die beiden haben eine kleingeistige Entscheidung getroffen“, kritisierte etwa der frühere Bischof Wolfgang Huber bei Sport Bild Plus. Der 72-Jährige weiter: „Das Christenkreuz, so heißt es, könnte Empfindlichkeiten verletzen. Vermeintlich praktiziert Real damit Rücksichtnahme und Toleranz. Doch in Wahrheit unterstellt man dem Partner eine Haltung der Intoleranz.“ Da kann man nur sagen: Amen.

Steaua Bukarest: Wie wenn die Bayern einen neuen Namen bräuchten

Man stelle sich vor, Bayern München würde im nächsten Heimspiel nicht unter seinem Vereinsnamen angekündigt, sondern als „Deutscher Meister“. Die Trikots wären nicht mehr rot-blau, sondern gelb und auch das blau-weiß-rote Logo wäre auf einmal verschwunden. Nur die Spieler wären noch die gleichen wie zuvor. Undenkbar? In Deutschland vielleicht, aber in Rumänien nicht.

Dort hat Steaua Bukarest, 25-maliger Meister und 1986 als erste osteuropäische Mannschaft Sieger im Europapokal der Landesmeister, am 3. Dezember nach einem Urteilsspruch des obersten Gerichts des Landes alles verloren, was die Identität eines Vereins ausmacht: seinen Namen, sein Logo und seine Farben.

Der Grund? Steaua, das 1947 als Armeeklub gegründet wurde, war nach der Revolution 1989 in Privatbesitz übergegangen, durfte aber die militärischen Markenzeichen im Vereinsnamen und Logo weiterhin verwenden. Mit der Übernahme des Vereins durch den zwielichtigen Politiker und Geschäftsmann George „Gigi“ Becali – der vermutlich nicht von ungefähr gerade einsitzt – wehrten sich allerdings die Streitkräfte mit allen Rechtsmitteln. Nach zehn langen Jahren erhielten sie nun unerwartet Recht. Einziger Ausweg aus dem Dilemma für Steaua: eine Einigung mit dem rumänischen Justizministerium. Dem Vernehmen nach arbeitet man gerade daran.

Cardiff City: Wenn blaue Vögel zu roten Drachen mutieren

Der englische Fußball ist so offen wie keine andere Fußballnation für Investoren aus aller Welt. Dieser Grundhaltung verdankt die Premier League wirtschaftliche Rekorde in Serie. Allerdings geht mit dieser Offenheit immer auch die Möglichkeit eines Identitätsverlustes einher. Was im schlimmsten Fall geschehen kann, zeigt das Beispiel Cardiff City.

1952 war Cardiff City aus der obersten englischen Spielklasse abgestiegen und hatte seitdem vergeblich um die Rückkehr in die Beletage gekämpft. 2010, 2011 und 2012 war gar erst in den Play-offs zur Premier League Schluss. Um Fortuna endlich zu zwingen, erdachte sich der malaysische Geschäftsmann Vincent Tan, seit 2010 Besitzer des Traditionsvereins aus der walisischen Hauptstadt, eine grundlegende Maßnahme.

Im Sommer 2012 änderte Tan kurzerhand Farben und Logo des 1899 gegründeten Vereins. Das Blau verschwand von den Trikots und wurde durch Rot ersetzt, die im asiatischen Raum Glück und Stärke symbolisiert. Im gleichen Zuge verschwanden die „Bluebirds“ aus dem Vereinswappen und wurden durch einen Roten Drachen ersetzt – natürlich ebenso eine Entlehnung aus dem asiatischen Kulturkreis.

Das Ende der Geschichte? 2012/13 marschierte Cardiff durch Englands zweite Liga und schaffte, angeführt vom langjährigen walisischen Nationalspieler Craig Bellamy, die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus. Das Glück hielt aber nicht lange an: Cardiff stieg postwendend wieder ab, die Fans sind nach wie vor gespalten – und so manch einer hofft, dass alles nach einem Rückzug Tans alles wieder wie früher wird…

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  1. simpleNewz - www.aktives-abseits.de RSS Feed for 2014-12-09 sagt:

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