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Mrz
21

Was wäre wenn… Otto Rehhagel Trainer auf Schalke geworden wäre?

Vor gut einer Woche wurde Otto Rehhagel in vielen deutschen Medien als Nachfolger von Trainer Felix Magath bei Schalke 04 gehandelt. Nun ist es anders gekommen, S04 hat Ralf Rangnick engagiert. Doch man wird sich trotzdem fragen dürfen, was gewesen wäre, wenn „Rehakles“ das Ruder übernommen hätte.

Der König ist tot, es lebe der Halbgott! Am 16. März 2011 wird Felix Magath geschasst und durch die 73-jährige Trainerlegende Otto „Rehakles“ Rehhagel ersetzt. Schalke-Vorstand Clemens Tönnies spricht bei der Vorstellung seines persönlichen Freundes und Wunschtrainers von einer nachhaltigen Entscheidung. Tönnies: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei dieser Verpflichtung. Otto hat in seinem Leben alles gewonnen und alles erlebt. Er wird auf Schalke wieder den beherzten Fußball spielen lassen, den die Fans sehen wollen.“ Auch Otto Rehhagel schaut optimistisch in die Zukunft: „Im Verein schlummert jede Menge Potenzial. Das werde ich herauskitzeln. Doch vorher muss sich hier einiges ändern.“

Gesagt, getan. Otto Rehhagel lässt keinen Stein auf dem anderen. Für Felix Magaths Trainerteam um Seppo Eichkorn und Bernd Hollerbach ist kein Platz mehr, Rehhagel bringt seinen eigenen Stab mit: Neuer Co-Trainer wird sein ehemaliger Lieblingsspieler Frank Neubarth, der bereits von 2003 bis 2004 selbst Chef auf Schalke war. Zum Mitarbeiterstab gehören ferner Mario Basler (Techniktrainer), Uli Borowka (Teambetreuer) und Rolf Töpperwien (Pressesprecher).

Auch beim ersten Training greift Otto Rehhagel durch. Er verfrachtet Raul, Uchida, Annan und Farfan in die Zweite Mannschaft. Begründung: Die Spieler seien zu klein, um seine Idee von Fußball umsetzen zu können. Ferner werden Huntelaar, Baumjohann, Gavranovic und Draxler so lange nicht berücksichtigt, bis sie geheiratet haben. Weiterhin untersagt Rehhagel Manuel Neuer schnelle und platzierte Abwürfe. Stattdessen lautet seine Marschrichtung, den Gegner durch unberechenbare, weite Schläge zum Verursachen von Einwürfen, Freistößen und Eckbällen zu zwingen und die daraus resultierenden hohen Bälle mit dem Kopf zu verwerten. Um den Spielern die richtige Technik für die geforderten Mondbälle beizubringen, verpflichtet Rehhagel kurzfristig Manni Burgsmüller als zweiten „Technik“-Trainer. Der alte Stürmerfuchs weiß nicht zuletzt aus seiner Zeit als Kicker beim Football-Team Rhein Fire Düsseldorf, wie man den Ball hoch und weit schießt.

Rehhagels Maßnahmen sorgen für allerlei Gesprächsstoff in der Mannschaft und bei der Presse. Die Interviewanfragen überschlagen sich, doch Rehhagel findet seine ganz eigene Lösung: Er lässt sich nur von seinem Pressesprecher Rolf Töpperwien interviewen, die Fragen sind selbstredend abgesprochen.

Beim Spiel in Leverkusen schickt „König Otto“ dann folgende Elf auf den Platz: Neuer – Papadopoulus – Matip, Metzelder, Höwedes, Sarpei – Kluge, Moritz, Pliatsikas – Edu, Charisteas

Das Spiel ist simpel angelegt: Schalke, das mit Papadopoulos als Libero hinter zwei Manndeckern und zwei Außenverteidigern sowie drei defensiven Mittelfeldspielern agiert, macht Bayer das Leben schwer. Die „Werkself“ findet kaum Räume, zudem bekommen Kießling, Augusto und Co. mächtig auf die Socken. Schalke kommt in der 83. Minute zu seiner ersten „Torchance“, als der mittlerweile eingewechselte Ali Karimi den ersten Eckstoß für königsblau herausholt. Seine Hereingabe kommt präzise auf den Kopf von – natürlich – Angelos Charisteas, der den Ball unhaltbar für René Adler im langen Eck versenkt. Nach dem Treffer spielt Rehhagel auf Halten, bringt Plestan und Schmitz für Charisteas und Pliatsikas. Das Konzept geht auf, SO4 rettet die Führung über die Zeit und stellt damit den Klassenerhalt scheinbar sicher.

Während der Länderspielpause wird Rehhagel dann noch einmal aktiv und tätigt den ersten Transfer für die kommende Saison. Für die Abwehr verpflichtet er Traianos Dellas, seinen „Koloss von Rhodos“. Der 34-jährige kommt ablösefrei von AEK Athen.

Nach der Länderspielpause geht jedoch nichts mehr. Die Gegner haben sich auf das „Spiel“ der Schalker eingestellt. Gegen die Abstiegskandidaten aus St. Pauli, Bremen und Wolfsburg gelingt den Gelsenkirchenern kein Tor mehr. Die Tatsache, dass man in jedem Spiel auch selbst nur wenig zugelassen hat, hilft da wenig. Im Champions League-Viertelfinale gegen Inter Mailand kommt es dann aber zur totalen Demontage: Einem 0:4 in Mailand folgt ein 0:7 in der heimischen Veltins-Arena.

Otto Rehhagel ist nicht mehr zu halten. Es kommt zu einem ungewöhnlichen Tausch: Michael Skibbe kommt mit sofortiger Wirkung aus Frankfurt, „Rehakles“ übernimmt dafür das Zepter bei der auf einen Abstiegsplatz abgerutschten Eintracht – nicht um den Klassenerhalt noch zu schaffen, sondern um den Wiederaufstieg frühzeitig einzuleiten. Rehhagels Vorteil: Einige seiner neuen Spieler kennt er bereits aus seiner Zeit als griechischer Nationaltrainer (Gekas, Amanatidis, Tzavellas). Außerdem darf er seine drei Schalker Griechen Pliatsikas, Papadopoulos und Charisteas mitbringen. Die Schubkarre bezahlt und fährt Clemens Tönnies höchstselbst. Um das Torwartproblem bei der SGE zu lösen, verpflichtet Rehhagel zudem den „George Clooney des Fußball“, Antonis Nikopolidis. Rehhagels forsche Ansage: „Mit dieser Truppe werden wir den Fans tollen Fußball bieten!“

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