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Jan
19

Wolfsburg bis Augsburg: Die Bundesliga im Formcheck (2)

Sämtliche Trainingslager sind beendet, fast alle Vorbereitungsspiele absolviert – für die 18 Vereine der 1. Fußball-Bundesliga rückt der Start in die Rückrunde immer näher. Hier der zweite Teil der Prognosen zum Start in die zweite Saisonhälfte. Wo landen Wolfsburg, Mainz, Köln, Hamburg, Ingolstadt und Augsburg?

VfL Wolfsburg (Platz 7, 26 Punkte)

Es war wohl doch der Faktor Kevin de Bruyne: Der Wechsel des belgischen Regisseurs am letzten Tag des Sommer-Transferfensters zu Manchester City hat dem VfL Wolfsburg zwar knapp 75 Millionen Euro in die Kasse gespült, aber auch das wichtigste Element auf dem Spielfeld entrissen. Nach einer Hinrunde voller Schwankungen tut sich durch die Verletzung von Torjäger Bas Dost auch in der Sturmspitze ein Engpass im Angriff auf. Dennoch: Wolfsburg hat noch einige PS unter der Haube, wie die drei Siege in den drei Testspielen andeuteten. Zudem spielt der VfL fast schon traditionell in der Rückrunde stärker und konzentrierter als in der ersten Halbserie. Die Mannschaft um die Nationalspieler Julian Draxler, André Schürrle und Max Kruse wird sich weiter finden und die erneute Champions-League-Qualifikation ins Auge fassen.

Prognose: Platz 3 bis 5.

FSV Mainz 05 (Platz 8, 24 Punkte)

Trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Shinji Okazaki oder Johannes Geis hat Mainz unter Trainer Martin Schmidt eine gute Hinrunde gespielt – so gut, dass auch die Abgänge der Offensiv-Asse Yunus Malli und Yoshinori Muto noch im Winter nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Ohne das Duo verlören die Mainzer auf einen Schlag ihre stärksten Waffen. Doch auch mit den beiden ist nur im allerbesten Fall eine ähnlich starke Rückrunde drin.

Prognose: Platz 9 bis 13.

1. FC Köln (Platz 9, 24 Punkte)

Unglaublich, aber wahr: Der traditionsreiche 1. FC Köln beendete letztmals 1991/92 eine Erstliga-Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz (Vierter). Im Zuge der Konsolidierung wäre die Verteidigung des neunten Rangs also ein Erfolg. Dabei war keine Mannschaft in der Hinrunde derart von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen betroffen wie der FC, in der „Wahren Tabelle“ wäre Köln mit 28 Punkten Vierter. Nichtsdestotrotz lautet das Ziel allein, so schnell wie möglich 40 Punkte zu sammeln. Sind die beisammen, lugt Trainer Peter Stöger vielleicht doch nach Europa. Im Champions-League-erfahrenen Serben Filip Mladenovic hat Köln einen vielseitigen Spieler dazubekommen, die dabei helfen kann. Dennoch: Europa wird es eher nicht, aber ein einstelliger Tabellenplatz ist möglich.

Prognose: Platz 8 bis 11.

Hamburger SV (Platz 10, 22 Punkte)

Nach zwei Beinahe-Abstiegen und den Querelen zum Saisonbeginn mit Pokal-Aus und Rucksack-Affäre hat der HSV eine für seine Verhältnisse ruhige Hinrunde hinter sich gebracht. Kurz nach der Vertragsverlängerung von Bruno Labbadia Anfang Januar kamen aber die Sorgen: Alle drei Testspiele gingen verloren, Verletzungspech stellte sich ein und die Finanzlage lässt bei fast 17 Millionen Euro Minus im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Sprünge zu. Von Europa braucht an der Elbe daher niemand zu träumen, über eine dritte „Teilnahme“ an der Relegation muss sich aber auch keiner Sorgen machen.

Prognose: Platz 10 bis 13.

FC Ingolstadt (Platz 11, 20 Punkte)

Der Überraschungsaufsteiger hat aus gerade einmal elf erzielten Toren 20 Punkte gemacht. Daran lässt sich bereits ablesen, dass der FCI ein überaus unangenehmer Gegner war, der mit einigen Punktgewinnen gegen Top-Teams hat aufhorchen lassen. Der neue Angreifer Dario Lezcano (FC Luzern/2,5 Millionen Euro) soll vorne für mehr Gefahr sorgen, im Defensivverhalten ist die Mannschaft gefestigt. Eine schwächere Rückrunde erscheint möglich, ein Einbruch aber nahezu ausgeschlossen. Ingolstadt hält die Klasse.

Prognose: Platz 12 bis 15.

FC Augsburg (Platz 12, 19 Punkte)

Bis zum Herbst zahlte der FC Augsburg die Zeche für die Teilnahme an der Europa League: Nur sechs Punkte nach zwölf Spieltagen, Platz 18. Doch bärenstarke 13 Zähler aus den letzten fünf Spielen bis Weihnachten katapultierten die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl aus der Abstiegszone. Der seit Jahren mit Konstanz glänzende FCA tankte auch durch das 2:0 im letzten Test gegen den Schweizer Meister FC Basel neues Selbstvertrauen. die Neuzugänge Albian Ajeti (FC Basel), Jeffrey Gouweleeuw (AZ Alkmaar) haben das Zeug, die erste Elf schnell zu verstärken. Der Pfeil zeigt nach oben.

Prognose: Platz 8 bis 11.

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